Glimpflich davongekommen
Entwurzelte Bäume müssen weggeräumt, das Verkehrschaos behoben werden. Ein Rundruf in den fünf NRW-Bistümern zeigt allerdings, dass die Kirchen glimpflich davon gekommen sind.
"Ziemlich heftig"
In Essen ist Pressesprecher Ulrich Lota noch ganz beeindruckt von den Ereignissen: "Das war ziemlich heftig", fasst er gegenüber katholisch.de seine Eindrücke knapp und präzise zusammen. Die Feuerwehr in der Stadt habe viel damit zu tun, zunächst die Haupt- und dann auch die kleineren Straßen wieder frei zu räumen. "Hier sah es aus, also ob wer weiß was passiert wäre", ringt er nach einem Vergleich. Für eine abschließende Schadensbilanz sei es noch zu früh. Wie das Bistum aber mitteilte, ist das Dach der Kirche Sankt Josef in Mühlheim-Heißen zum Teil aufgerissen worden. Im Umfeld des Domes seien keine Schäden entstanden, lediglich im bischöflichen Garten seien einige Äste heruntergekommen, so Pressesprecher Lota.
Das gleiche gilt auch für den 'großen Bruder' der Bischofskirche knapp 70 Kilometer weiter südlich, für den Kölner Dom. Der habe den Sturm gut überstanden, erklärt der Sprecher der Kölner Dombauhütte, Matthias Deml. Gravierender sieht es da in Düsseldorf aus, das ebenfalls zum Erzbistum gehört und wo das Unwetter besonders wütete. Dort seien rund die Hälfte der 295 kirchlichen Gebäude betroffen, sagt der Leiter der zuständigen Liegenschaftsabteilung, Stefan Bitzen.
Geschlossene bischöfliche Schulen
Wie Nele Harbeke von der erzbischöflichen Pressestelle mitteilt, hatten am Mittwoch in Neuss die drei bischöflichen Schulen noch geschlossen, um den ohnehin überlasteten Berufsverkehr nicht weiter zu überfrachten. Zudem sei der Schulweg zum Friedrich-Spee-Kolleg wegen umgestürzter Bäume für die Schüler nicht sicher gewesen. Während die Kinder und Jugendlichen in Neuss am Donnerstag wieder regulär den Unterricht besuchen können, bleiben das St. Ursula-Berufskolleg und das St. Ursula Gymnasium in Düsseldorf sowie die Liebfrauenschule in Ratingen noch geschlossen.
In Zahlen beziffern kann bereits das Bistum Münster die Schäden auf seinem Gebiet. Mit Stand von Mittwochvormittag ergab sich für den nordrhein-westfälischen Teil des Bistums ein Gesamtschaden von 37.000 Euro, wie Martin Wißmann von der Pressestelle mitteilte: Direkt in der Stadt Münster gab es Überschwemmungen und Dachschäden in Höhe von rund 20.000 Euro, im Bischofsgarten schlug der Blitz in einem Baum ein, so dass am Nachbarhaus Schäden von rund 5.000 Euro entstanden. Der Dom trug nur kleinere Blessuren davon, die aufzuräumen rund 500 Euro kosten könnte. Rund 10.000 Euro müssen eingesetzt werden, um die Kirche St. Josef in Oer-Erkenschwick wiederherzustellen, die Sturm- und Wasserschäden abbekommen hat.
Ein Hahn fällt vom Kirchturm
Dagegen ist die Lage Bistum Aachen sehr entspannt: Lediglich ein vom Kirchturm abgefallener Hahn wurde registriert. "Der Dom hat keine Schäden davongetragen", berichtet Josef Heinrichs von der Pressestelle. Das Erzbistum Paderborn meldet rund ein Dutzend Schadensfälle. Besonders betroffen sind dort die Ruhrgebietsstädte Castrop-Rauxel, Herne und Dortmund. (mit Material von KNA)
Von Gabriele Höfling