Glimpflicher als befürchtet
Deutschlands nördlichste Kirchengemeinde, St. Christophorus auf Sylt, ist von "Xaver" größtenteils verschont geblieben. "Gott sei Dank", betont Pfarrer Ulrich Hoppe gegenüber katholisch.de. "Wir können dankbar sein, vor allem Gott gegenüber." Die Bewohner der Nordsee-Insel, für die vor dem Sturm die höchste Warnstufe ausgegeben wurde, hätten sich gut auf das Unwetter vorbereitet. "Wer an der Nordseeküste lebt, muss mit solchen Situationen rechnen und sich entsprechend darauf einstellen", erklärt Hoppe.
Um sich selbst nicht in Gefahr zu bringen, sei er während des Sturms die ganze Zeit über im Pfarrhaus geblieben. Außerdem betont der Pfarrer, dass er die ganze Zeit über in Rufbereitschaft sei und im Notfall als Seelsorger zur Verfügung stehe.
Hoppe erzählt, dass heute morgen auch der Hamburger Erzbischof Werner Thissen bei ihm angerufen habe. "Er hat sich nach der Lage in der Gemeinde erkundigt und wollte seine Verbundenheit mit uns ausdrücken. Dafür waren wir ihm sehr dankbar", so der Inselpfarrer. Darüber hinaus seien bereits mehr als 150 Solidaritäts-E-Mails eingegangen. Sorge bereitet nach Angaben des Seelsorger vor allem die Pfarrkirche. Die Schäden von Sturm "Christian" konnten noch nicht vollständig repariert werden. Um das Schlimmste zu vermeiden, habe "die ganze Gemeinde die Ärmel hochgekrempelt".
Wer an der Nordseeküste lebt, muss mit solchen Situationen rechnen.
Sylt-Pfarrer Ulrich Hoppe
Auch im Rest des katholischen Nordens verlief der Sturm weitgehend glimpflich. Im oldenburgischen Teil des Bistums Münster waren Baustellen und gefährdetes Material an Kirchgebäuden vorab gesichert worden. Auswirkungen könnte "Xaver" allerdings auf die Beisetzung des ehemaligen münsterschen Weihbischofs Max-Georg von Twickel am morgigen Samstag haben. Da mit einer großen Zahl von Trauergästen gerechnet wird, sollte die Trauerfeier eigentlich über große Leinwände ins Freie übertragen werden, so Bistumssprecher Ludger Heuer.
Dem Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen, sind in unterdessen keine Schäden bekannt. Dies sei wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Schutzvorrichtungen für Sturmtief "Christian" noch vorhanden waren. Zusätzlich wurde das Baugerüst am Hamburger Dom leer geräumt.
Im Bistum Osnabrück liegt nach Angaben von Pressesprecher Hermann Haarmann derzeit eine konkrete Schadensmeldung vor. Hier sei ein Baum auf den Zaun einer Kindertagesstätte gefallen. Personen wurden dabei laut Haarmann nicht verletzt. Der Bistumssprecher gab ebenfalls an, dass "Xaver" deutlich weniger Schäden verursacht habe als das Sturmtief "Christian". Auch hier war man durch den letzten Orkan gut vorbereitet.
Von Christian Besner