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Liberale hielten sich aus Angst oft zurück

"God or Not"-Macher: Zeit der Tabus im Priesterseminar nicht vorbei

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Logo der Web-Serie "God or Not"
Frankfurt - Die Web-Serie "God or Not" soll Priesterausbildung ohne Tabus darstellen – doch die Seminare seien immer noch von Tabus geprägt, verraten die Filmemacher aus ihrer Arbeit. Liberale Seminaristen würden sich aus Angst vor Konsequenzen oft zurückhalten.

Nach Einschätzung der Macher der Web-Serie "God or Not" ist die Priesterausbildung noch immer von Tabus geprägt. Im Interview mit dem Portal "y-nachten" (Montag) betonten die beiden Filmemacher Sally Müller und Ferdi Stöckel, dass die Protagonisten des Projekts des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz regelmäßig von der Möglichkeit Gebrauch machen, aufgenommenes Filmmaterial nicht freizugeben. "Wenn die Seminaristen sich noch nicht so sicher in ihrer Haltung zu heiklen, kirchenpolitischen Themen gefühlt haben, dann wollten sie das nicht veröffentlicht haben", so Stöckel. Liberale Stimmen würden sich "aus Selbstschutz" eher bedeckt halten: "Die Liberaleren halten sich eher zurück, weil sie ihre eigene Zukunft nicht aufs Spiel setzen wollen", schätzt der Filmemacher die Motivation der Seminaristen ein. Im Priesterseminar gebe es aber auch Platz für unterschiedliche Meinungen, ergänzt seine Kollegin Sally Müller: "Die Seminaristen haben sogar selbst eine Gruppierung in 'Tradis' und eher fortschrittlich Denkende, Modernere." Das Leitbild aus Bibel und Lehre der Kirche könne man sehr unterschiedlich interpretieren.

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Die Web-Serie "God or Not" läuft seit November auf YouTube. Insgesamt sollen zwölf Folgen erscheinen. Drei christlich sozialisierte, aber kirchenferne Studienabgänger der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) sind dafür ins Priesterseminar der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt eingezogen, um vier Seminaristen zu begleiten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. In der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz zum Start des Projekts hieß es, dass "kein Thema tabu" sei. "Alles kann gefragt werden, alles kann gesagt werden, und keiner von uns weiß heute, was dabei herauskommt. Wir sind überzeugt: Wer Christus nachfolgt, muss keine Angst vor der Öffentlichkeit haben", zitierte die Mitteilung den Direktor des Zentrums für Berufungspastoral, Pfarrer Michael Maas. Laut dem Interview haben sowohl Maas wie die porträtierten Seminaristen das Recht, die zitierten Aussage vor Veröffentlichung nicht freizugeben. (fxn)

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