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Michael Gerber zum Freiburger Weihbischof geweiht

Gott in der Welt bezeugen

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Erzbischof Robert Zollitsch (rechts) legt dem vor im knienden Michael Gerber die Hand auf.
Freiburg - Michael Gerber ist am Sonntag zum neuen Freiburger Weihbischof geweiht worden. Erzbischof Robert Zollitsch beauftragte den 43-jährigen bisherigen Leiter des Freiburger Priesterseminars mit dem hohen Kirchenamt. Zur Weihe legte Zollitsch mit weiteren Weihbischöfen aus den Nachbarbistümern Gerber die Hand auf. Auch erhielt Gerber bei dem Festgottesdienst im Münster als bischöfliche Zeichen seinen Hirtenstab, den Bischofsring und die Mitra.

Zollitsch betonte, zum verantwortungsvollen Bischofsamt gehöre zweierlei: Erstens müsse der Hirte nach einem Bild von Papst Franziskus "den Geruch der Schafe annehmen", also sich inmitten der Menschen begeben. "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass es jemanden gibt, der in der Kirche aufgrund seines Amtes oder seiner Stellung meint, etwas Besseres zu sein."

Zugleich gehöre zum Hirtendienst, so Zollitsch, "die Bereitschaft voranzugehen, mutige Wege nach vorne zu weisen, die Spuren Gottes zu entdecken und ihnen nachzugehen". Der Erzbischof würdigte Gerber als stets dialogbereiten, offenen Seelsorger. Immer gehe es ihm darum zu fragen, wie christlicher Glaube gelebt werden und damit christliche Hoffnung wachsen könne.

"Mit dir im Bund"

Als Leitwort, das in seinem Bischofswappen und im Hirtenstab aufgegriffen ist, hat Gerber die Formulierung "Mit dir im Bund" gewählt. Er spüre dieses "Miteinander", das in der Kirche so wichtig geworden sei, so Gerber zum Abschluss des Gottesdienstes. "Es ist nicht einfach Resultat einer pastoralen Strategie oder gar Reaktion auf einen Mangel. Nein, dieses 'Mit Dir' und dieses 'Mit Euch' ist genuin kirchliches Handeln, weil es das Handeln Gottes darstellt." Die Kirche sei berufen, das Handeln Gottes in dieser Welt zu bezeugen.

Gerber zeigte sich dankbar dafür, dass er dieses Miteinander in den unterschiedlichen Beziehungen und Teamkonstellationen der vergangenen Jahre erfahren durfte: "Und ich hoffe, dass diese Erfahrungen meine Seele so tief geprägt haben, dass das auch künftig mein Handeln bestimmt."

75 Kilometer gepilgert

Der 43-Jährige wurde nach dem Theologiestudium in Freiburg und Rom 1997 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Malsch südlich von Karlsruhe, von 1999 bis 2001 Hochschulseelsorger in Freiburg und wechselte 2002 in die Priesterausbildung ans Collegium Borromaeum.

2007 wurde Gerber mit einer Arbeit über die geistlichen Berufe promoviert. Als Regens übernahm er 2011 die Leitung des Priesterseminars, die er im kommenden Frühjahr übergeben wird. Wie Zollitsch gehört Gerber zur Schönstatt-Bewegung, die sich durch eine besondere Marienverehrung auszeichnet.

Zu seiner Weihe war Gerber aus seiner Heimatstadt Oberkirch im Ortenaukreis 75 Kilometer nach Freiburg gepilgert. "Pilgern heißt Jesus nachzufolgen", so der Weihbischof, der die Nachfolge von Paul Wehrle (73) antritt. Zusammen mit dem Augsburger Weihbischof Florian Wörner – ebenfalls Jahrgang 1970 – gehört Gerber nun zu den jüngsten Mitgliedern der Bischofskonferenz. (meu/KNA)

Stichwort: Weihbischof

Auch: Hilfs-, Auxiliar- oder Titularbischof; ein Hilfsbischof mit voller Weihe, aber ohne eigene Diözese. Der Weihbischof steht dem Diözesanbischof zur Seite. Weihbischöfe tragen ebenfalls die bischöflichen Amts- und Ehrenzeichen wie Ring, Hirtenstab und Mitra und haben als Mitglieder des Kollegiums aller Bischöfe Teil an der Lehrvollmacht der Gesamtkirche, wie sie etwa bei den Beratungen und Beschlüssen eines Konzils zum Ausdruck kommt. Die Weihbischöfe in den dt. Bistümern nehmen außerdem an den Beratungen der Deutschen Bischofskonferenz teil. Entwickelt hat sich die Rolle des Weihbischofs, als immer mehr Bischöfe aus dem Orient vertrieben und im Abendland aushilfsweise mit bischöflichen Weihehandlungen zur Unterstützung der Ortsbischöfe betraut wurden. Seither trägt jeder Weihbischof im Titel den Namen einer untergegangenen Diözese. Quelle: Manfred Becker-Huberti/Ulrich Lota | © Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2010

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