Haushaltspläne zweier Bistümer verabschiedet
Die Kirchensteuerräte der Diözesen Fulda und Hildesheim haben ihren Haushaltsplan für 2017 verabschiedet. Im Bistum Fulda liegen die geplanten Ausgaben mit 140,1 Millionen Euro rund 12,1 Millionen Euro unter denen des Jahres 2016. Der Etat des Bistums Hildesheim hat einen Umfang von 199 Millionen Euro und sieht einen Überschuss von 14,9 Millionen Euro vor, der in die Rücklagen fließen soll.
Das Bistum Fulda plant Erträge in Höhe von 141 Millionen Euro im Jahr 2017, davon 110 Millionen aus der Kirchensteuer, wie die Pressestelle am Mittwoch mitteilte. Im Juli hatte das Bistum erstmals einen ausführlichen Geschäftsbericht vorgelegt – für das Haushaltsjahr 2014. Die Diözese Fulda verfügte zum Jahresabschluss 2014 über ein Vermögen von gut 615 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss 2015 beträgt laut der Mitteilung 8,3 Millionen Euro.
Nach Aussage des Finanzabteilungsleiters im Bischöflichen Generalvikariat, Gerhard Stanke, ist die maßgebliche Säule bei der Finanzierung des Bistums das Kirchensteueraufkommen (rund 78 Prozent der Erträge). Trotz dynamischer Steuerentwicklung bei Bund und Ländern sei erstmals seit 2010 wieder mit einer Stagnation des Kirchensteueraufkommens zu rechnen, so Stanke.
Volkswagen-Krise hat Folgen für das Bistum Hildesheim
Das norddeutsche Bistum Hildesheim plant für 2017 mit einem Etat von 199 Millionen Euro. Das sind 2 Millionen Euro mehr als 2016. Bei den Kirchensteuern, traditionell mit rund 80 Prozent der größte Einnahmeposten, sieht das Bistum – wie die hessische Diözese Fulda – für 2017 "Unwägbarkeiten". Ihre Entwicklung werde nicht zuletzt durch das Geschehen beim Volkswagen-Konzern beeinflusst, sagte Finanzdirektor Helmut Müller am Dienstag.
Die Diözese Fulda hat am Freitag ihren Finanzbericht für das Jahr 2014 vorgestellt. Demnach floss der erwirtschaftete Gewinn von 4,8 Millionen Euro komplett in die Rücklagen des Bistums ein.
Bereits 2016 hätten sich Auswirkungen der Krise bei VW gezeigt. Während im deutschlandweiten Trend die Kirchensteuereinnahmen leicht gestiegen seien, seien sie im Bistum Hildesheim um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Als weitere Unsicherheit nannte Müller unter anderem Versorgungsrückstellungen etwa für Pensionen.
Der Finanzdirektor verwies auch auf eine mangelnde Eigenkapitalausstattung. Diese sei im Vergleich nach derzeitigem Kenntnisstand eine der schlechtesten aller deutschen Diözesen. Eine weitere Aufstockung der Rücklagen sei unbedingt erforderlich. Das Risk Management Consulting habe den Kirchensteuerrat auch auf eine dadurch bedingte mangelnde Risikoabdeckung aufmerksam gemacht, hieß es. "Je nach Lesart" seien Risiken von mindestens 54 Millionen Euro nicht durch Eigenkapital gedeckt. Der Geschäftsbericht 2015 des Bistums weist 57,6 Millionen Euro an Eigenkapital aus. (luk/KNA)