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Bayerisches Bistum stellt Weltbild 15 Millionen Euro in Aussicht

Hilfe aus Augsburg

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Ein rundes Glashaus vor einem wolkenverhangenen Himmel. Am rechten Bildrand ist das Firmenlogo mit der Aufschrift "Weltbild".
Augsburg - Das Bistum Augsburg will dem kriselnden Weltbild-Konzern unter die Arme greifen - mit einer großen Summe Geld.

Der geplante Beitrag des Bistums zur "Restrukturierung der Verlagsgruppe" liege rechnerisch weit über dem Gesellschafteranteil Augsburgs, heißt es in der Mitteilung weiter. Darin drücke sich die "besondere Sorge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" aus. Das Bistum Augsburg hält an Weltbild einen Anteil von 11,7 Prozent.

Die Geldspritze wird an Bedingungen geknüpft: Sie setzt das Zustandekommen einer Gesamtfinanzierung voraus, bei der von den Gesellschaftern ein bestimmter Beitrag erwartet wird. Außerdem müssen die Banken ihr Engagement aufrechterhalten. Weitere Details seien "mit den übrigen Gesellschaftern abzustimmen".

Mitarbeiter danken dem Bischof

Wie eine Unternehmenssprecherin bestätigte, findet am Donnerstag die nächste reguläre Eigentümerversammlung statt. Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff erklärte, die Nachricht aus dem Bistum Augsburg habe sich "wie ein Lauffeuer im Hause verbreitet". Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dankten dem Bischof für die Anteilnahme und Unterstützung, die er Weltbild in Aussicht gestellt habe.

Andere Gesellschafter äußerten sich auf Nachfrage zurückhaltend. Das Bistum Regensburg und das Bistum Münster wollten den Augsburger Vorstoß nicht kommentieren. Auch das Erzbistum Bamberg wollte sich noch nicht äußern.

Das Bistum Eichstätt verwies darauf, dass der Diözesansteuerausschuss bei seiner nächsten Sitzung im November darüber befinden werde, "wie sich die Diözese gegenüber Weltbild in finanzieller Hinsicht verhält", so Bistumssprecher Martin Swientek.

Der Münchner Bistumssprecher Bernhard Kellner sagte, auch das Erzbistum werde sich beteiligen und zwar "entlang der in Fulda getroffenen Entscheidung". Damit meinte er die außerordentliche Gesellschafterversammlung während der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz Ende September. Eine Summe nannte Kellner jedoch nicht. Die zuständigen Gremien der Erzdiözese hätten dazu noch keinen Beschluss gefasst, erläuterte er.

Bistum will Anteile dennoch abgeben

Die Diözese Augsburg sieht in ihrem "außerordentlichen Engagement" zugleich einen "abschließenden Beitrag". Es bleibe bei der Entscheidung des Bistums, "im Rahmen einer absehbar anstehenden Neuordnung der Eigentümerstruktur seine Gesellschafteranteile abzugeben". Vergangenen Sommer hatten die Eigentümer beschlossen, ihre Anteile an eine noch zu gründende kirchliche Stiftung abzugeben. Das ist bis heute nicht passiert.

Weltbild gehört 12 deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Durch Berichte über Verluste und eine angeblich bevorstehende Insolvenz geriet das Medienhandelshaus vor wenigen Wochen erneut in die Schlagzeilen. Die Eigentümer seien sich nicht einig über die Zukunft des Konzerns, hieß es.

Daraufhin beschloss eine außerordentliche Gesellschafterversammlung Ende September einen Plan zur Fortführung des Unternehmens. Nähere Angaben zum Inhalt wurden nicht gemacht. Erst in zwei Jahren will Weltbild nach Auskunft der Geschäftsführung wieder Gewinne erzielen.

Grund für diese "vorübergehende Verlustsituation»" sei die weitgehende Umstellung des Katalog- und Filialgeschäfts auf digitale Medien und den Vertrieb via Internet. Erst am Montag hatte Weltbild an seinem Sitz Augsburg die Streichung von 140 Stellen bekanntgegeben. Der Kundenservice soll ab Februar 2014 von einem externen Dienstleister übernommen werden. (KNA)

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