Hirte im besten Sinne
In dem an Erzbischof Thissen gerichteten Brief heißt es: "Der Heilige Vater Papst Franziskus verbindet sich mit Ihnen und mit dem ganzen Erzbistum Hamburg im Gebet für Erzbischof emeritus Dr. Ludwig Averkamp, den Gott in die ewige Heimat gerufen hat." Averkamp, erster Erzbischof des 1994 neu gegründeten Erzbistums Hamburg, war am Montag nach schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren in der Hansestadt gestorben.
Im Dom beigesetzt
An der Totenmesse nahmen auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Perisset, zahlreiche Bischofskollegen sowie Vertreter aus Gesellschaft und Politik teil. Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Alt-Erzbischofs wurde im Anschluss an das Requiem in der Krypta des Domes beigesetzt.
Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Norbert Trelle, nannte Averkamp in einem Gedenkwort "eine Persönlichkeit, der es vor allem um die Menschen ging". Er sei "Hirte seiner Herde" im besten Wortsinne gewesen. Sein Tod bedeute einen großen Verlust für das junge Bistum Hamburg und für die gesamte Kirche in Deutschland.
Erzbischof Thissen würdigte in seiner Predigt das seelsorgliche Wirken seines Vorgängers. Averkamps größte Leistung sei es gewesen, der jüngsten Bistumsgründung in Deutschland "ein festes geistliches Fundament" zu geben. Besonders aus dem Gebet habe Averkamp dabei Kraft und in seinen letzten Monaten auch Lebensmut geschöpft. Seine Gelassenheit und Heiterkeit seien ihm sicher auch von zu Hause mitgegeben worden. "Aber sie waren auch Ergebnis eines lebenslangen Umgangs mit dem nahen Gott im Gebet."
Biografie
Ludwig Averkamp wurde am 16. Februar 1927 im westfälischen Velen geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Münster und Rom und wurde dort 1954 zum Priester geweiht. 1973 erhielt Averkamp in Münster die Bischofsweihe. Zunächst war er Weihbischof des Bistums Münster in Xanten am Niederrhein, dann leitete er das Bistum Osnabrück. Von 1995 bis 2002 war er der erste Erzbischof des Erzbistums Hamburg. (KNA)