Suche
Das Osterreiten hat in der Lausitz lange Tradition

Hoch zu Ross die Auferstehung Jesu verkünden

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Bautzen - Am Ostersonntag sind in der Oberlausitz rund 1.500 Reiter unterwegs, um von ihren Pferden aus die Auferstehung Jesu zu verkünden. Das Osterreiten der Sorben hat eine lange Tradition und zieht Tausende Zuschauer an. Katholisch.de erklärt mit einer Bildergalerie die Hintergründe des Brauchtums.

Ostern ist der höchste Festtag im kirchlichen Jahreskreis. Christen feiern an diesem Tag die Auferstehung Jesu von den Toten. Bei den katholischen Sorben in der Lausitz wird die Verkündigung dieser Botschaft am Ostersonntag mit einem besonderen Brauch gefeiert – dem Osterreiten. Was es damit auf sich hat und woher dieses Brauchtum stammt, erfahren Sie in der Bildergalerie. Klicken Sie dazu die einzelnen Bilder an und erfahren Sie mehr über diese besondere Tradition.

  • Am Ostersonntag sind auf vielen Straßen in der Oberlausitz Osterreiter unterwegs. Sie verkünden von ihren Pferden aus die Auferstehung Jesu.
  • Das Osterreiten ist eine Tradition der sorbischen Minderheit in der Lausitz. Schon seit mehr als fünf Jahrhunderten ist es Brauch, in Prozessionen von einem Dorf zum anderen zu reiten und die Frohe Botschaft der Auferstehung zu verkünden.
  • Alljährlich beteiligen sich rund 1.500 Reiter am sorbischen Osterreiten. Insgesamt finden am Ostersonntag rund um Bautzen, der historischen Hauptstadt der Oberlausitz, neun Prozessionen statt.
  • Das Osterreiten ist traditionell Männersache. Hoch zu Ross und mit Zylinder, Gehrock und weißen Handschuhen bekleidet singen die Männer Lieder, die von der Auferstehung Christi künden.
  • Der Ablauf des Osterreitens ist immer gleich: Die Reiter aus der Heimatgemeinde kommen am Mittag in der Nachbargemeinde an, wo es eine Andacht gibt. Vor dem Ritt nach Hause werden die Reiter in den Häusern der Einwohner verköstigt.
  • Unter Glockengeläut und Gesang führen die Prozessionen raus aus den Dörfern und über die Felder. An vielen Stellen passieren die Reiter dabei Wegkreuze. Außerhalb der Ortschaften betet die Reiterschar den Rosenkranz und andere Gebete.
  • Begleitet werden die Osterreiter von vielen Einheimischen und immer mehr Touristen. In den Ortschaften selbst werden auch die Kirche und der Dorfplatz umritten. Dabei werden sorbische und auch lateinische Kirchenlieder gesungen.
  • In den besuchten Gemeinden werden die Reiter beköstigt. Vor dem Weiterritt wird gemeinsam vor dem Friedhof oder in der Kirche gebetet und die Reiter werden vom Pfarrer gesegnet.
  • "Budz chala Bohu wecnemu a jeho Synej lubemu, za nas do smjerce datemu!" – "Gelobt sei der Vater, dessen geliebter Sohn für uns starb": So lautet einer der Verse, den die Osterreiter während ihrer Prozession singen.
  • In ihren Prozessionen führen die Osterreiter das Kreuz, Kirchenfahnen und die Statue des Auferstandenen mit sich. Auch die Pferde werden für das Osterreiten besonders geschmückt: mit einem speziellen Ostergeschirr, festlichen Satteldecken und einer bunt bestickten Schleife im Schweif.
  • Die Wurzeln des Osterreitens reichen wahrscheinlich bis in vorchristliche Zeiten zurück. Durch Feldumritte glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums wandelten sich die Ritte dann später in christliche Prozessionen.
  • Selbst in der Zeit des Nationalsozialismus und auch in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 fand das Osterreiten statt. Und auch die kirchenfeindliche DDR ließ die katholischen Prozessionen der Sorben gewähren.
    kna-katholisch-swarm-node1 (0.018s)