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Deutsche Bischöfe stellen das neue "Gotteslob" vor

Impulse für das 21. Jahrhundert

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Ein Gesangsbuch liegt am 20.02.2012 auf einer Kirchenbank in der Pfarrkirche St. Laurentius in Rottach-Egern am Tegernsee.
Trier - Es ist selbst für kirchliche Maßstäbe ein Mammutprojekt: Nach mehr als zehn Jahren Planung, unzähligen Arbeitsstunden, Akzeptanzanalysen und Erprobungsphasen wird am ersten Advent das neue "Gotteslob" in den deutschen Bistümern eingeführt. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann, der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für das Projekt zuständig ist, stellte das neue Gebet- und Gesangbuch am Mittwoch bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischöfe vor.
So soll das neue Gotteslob aussehen.
So soll das neue Gotteslob aussehen.

Hofmann bezeichnete das neue "Gotteslob", das in Deutschland, Österreich und Südtirol eingeführt wird, als "großes Gemeinschaftswerk", auf dessen Einführung sich die Gemeinden freuen dürften. Er hoffe, dass das Buch von vielen Menschen angenommen werde und zu einer würdigen Feier des Gotteslobes beitrage.

Als wichtigsten Grund für die Entwicklung des Buches nannte Hofmann die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft seit der Einführung des derzeitigen "Gotteslobes" im Jahr 1975. Seit damals hätten viele neue Themen an Bedeutung gewonnen, die sich bislang nicht im Gesangbuch wiedergefunden hätten.

Reaktion auf veränderte pastorale Situation

Als Beispiele nannte der Würzburger Bischof die Globalisierung und die Alterung der Gesellschaft. "Diese Themen haben insofern eine große Bedeutung gewonnen, als sie im Gebet und im Gesang vor Gott getragen werden. Deshalb war es uns wichtig, auch in diesen Bereichen entsprechende Materialien vorzubereiten", so Hofmann. Das neue "Gotteslob" solle zudem auf die veränderte pastorale Situation mit vielen Pfarreiverbünden und Großgemeinden reagieren und neue "Impulse für das Glaubensleben" geben.

Bei allen Neuerungen: Inhaltlich ist das neue "Gotteslob" ähnlich aufgebaut wie sein Vorgänger. So besteht auch das neue Gesangbuch aus einem gemeinsamen Stammteil und diözesanen Eigenteilen. Die Standardausgabe mit Stamm- und Eigenteil umfasst laut Hofmann rund 1.300 Seiten.

Das erste Kapitel des neuen "Gotteslobes" will geistliche Impulse für das tägliche Leben geben. Die Akzeptanzanalysen hätten den Wunsch nach Vorlagen für Feiern in der Familie und in kleineren Gemeinschaften gezeigt. "Diesem Anliegen entspricht das Gotteslob durch entsprechende Anregungen für den Advent und den Heiligen Abend, für Dank- und Segensfeiern", sagte Hofmann. Außerdem beinhalte das Kapitel grundlegende Texte des Glaubens wie etwa das "Hauptgebot der Liebe".

Lieder aller Epochen und Stile

Das zweite Kapitel enthält Psalmen, Lieder, Gesänge, Kehrverse und Litaneien. Dabei finden sich laut Hofmann im Gegensatz zur derzeitigen Ausgabe Inhalte aller Epochen und Stile – von der Gregorianik bis zum "Neuen Geistlichen Lied". Die wichtigsten Kriterien bei der Liedauswahl seien die Qualität von Text und Musik, die Übereinstimmung mit dem Glauben der Kirche und die Akzeptanz durch die Gemeinden gewesen. "Dabei wurde darauf geachtet, dass die 'eingesungenen', zum festen Bestandteil des persönlichen Glaubenslebens gehörenden Gesänge erhalten bleiben", betonte Hofmann. Dazu gehörten auch Lieder des Theologen Huub Oosterhuis, die vielen Menschen ans Herz gewachsen seien.

Im dritten Kapitel stellt das neue "Gotteslob" die Sakramente und Sakramentalien dar. Zentrale Bedeutung haben dabei die Feier der Heiligen Messe und die Tageszeitenliturgie. Völlig neu gestaltet wurde zudem der Andachtsteil. "Da die bisherigen Andachten zu sehr 'Kinder ihrer Zeit' waren, wurden Aufbau und Inhalt für die Praxis der Gemeinden im 21. Jahrhundert neu erarbeitet", erklärte Hofmann. So sei sichergestellt, dass die Gemeinden sowohl klassische als auch neue Andachtsthemen gestalten könnten.

Der Bischof betonte, dass auf eine hochwertige und ästhetisch ansprechende Gestaltung des neuen "Gotteslobes" geachtet worden sei. Als Beispiel nannte er die Aufnahme traditioneller Bildmotive und zeitgenössischer Zeichnungen der Kölner Künstlerin Monika Bartholomé. Zur besseren Lesbarkeit wurde zudem die Schriftgröße des neuen Buches erhöht; sie entspricht jetzt etwa der bisherigen Großdruckausgabe. Zur besseren Übersichtlichkeit wurden am Beginn der Kapitel rote Seiten mit detaillierten Inhaltsangaben eingefügt.

Ab Spätherbst im Handel

Nach den derzeitigen Planungen der Bischofskonferenz soll das neue Buch im Spätherbst an die Bistümer ausgeliefert werden; parallel soll auch der Verkauf im Buchhandel starten. Der genaue Preis des "Gotteslobes" steht noch nicht fest, da jedes Bistum je nach Umfang und Ausstattung der diözesanen Ausgaben einen eigenen Preis festlegt. Ziel sei jedoch ein "vertretbarer Preis". Für sein eigenes Bistum kündigte Hofmann einen Betrag von unter 20 Euro für die Standardausgabe an.

Um die Einführung des neuen Gesangbuchs in den Gemeinden zu erleichtern, haben alle Bistümer Beauftragte benannt, die die Gemeinden im Vorfeld unterstützen sollen. Außerdem werden seit Anfang Februar in den Pfarrgemeinden sogenannte "Lieder des Monats" angeboten, um Inhalte des "Gotteslobes" vorab kennenzulernen.

Von Steffen Zimmermann

Fragen und Antworten

Ab wann kann ich das neue "Gotteslob" kaufen? Das neue Gotteslob wird derzeit in einer Startauflage von rund 3,5 Millionen Exemplaren gedruckt. Die Auslieferung aller Exemplare ist für Spätherbst geplant. Dann soll parallel auch der Verkauf im Buchhandel starten. Was kostet das neue "Gotteslob"? Jedes Bistum legt den Preis selbst fest, je nach Umfang und Ausstattung der diözesanen "Gotteslob"-Ausgaben. Alle Bistümer streben aber für die Standardausgabe einen "vertretbaren Preis" an. Im Bistum Würzburg soll diese beispielsweise unter 20 Euro kosten. Gibt es im neuen "Gotteslob" weiter diözesane Eigenteile? Ja, jedes Bistum wird einen diözesanen Eigenteil mit eigenen, regional besonders beliebten Liedern haben. Stamm- und Eigenteil werden zusammen rund 1.300 Seiten umfassen. Gibt es für ältere und sehbehinderte Menschen Großdruckausgaben? Zur besseren Lesbarkeit wurde die Schriftgröße des neuen "Gotteslobs" generell erhöht und entspricht etwa der bisherigen Großdruckausgabe des Werkes. Dadurch hat sich auch das Seitenformat der Standardausgabe auf 11,2x17 cm erhöht. Kann ich das neue "Gotteslob" schon vorab kennenlernen? Ja, in jedem Bistum gibt es Beauftragte, die die Gemeinden bei der Einführung des neuen Gesangbuches unterstützen sollen und Informationsmaterialien zur Verfügung stellen. Außerdem werden seit Anfang Februar in den Pfarrgemeinden sogenannte "Lieder des Monats" angeboten, um Inhalte des "Gotteslobes" vorab kennenzulernen. (stz)

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