Impulse ja, Aufbruch nein?
Erzbistum Köln
Mit dem Eucharistischen Kongress fand im Erzbistum Köln ein wahres Großereignis im Jahr des Glaubens statt. Die fünf Tage mit bis zu 48.000 Teilnehmern waren eine Zeit "intensivsten Hörens und Betens und des fröhlichen Feierns", bilanziert Kardinal Joachim Meisner. Viele Teilnehmer des Kongresses hätten Köln in ihrem Glauben bestärkt und bereichert verlassen. Überdies habe die Veranstaltung auch bleibende Früchte getragen, wie eine Sprecherin des Erzbistums mitteilt – darunter die Ewige Anbetung. Seit dem 1. November wird in der Kapelle des Kölner Maternushauses rund um die Uhr – an 365 Tagen im Jahr – das Allerheiligste angebetet.
Zum Jahr des Glaubens gab es im Erzbistum Köln auch ein besonderes Internetprojekt: Glaubenhoch4. Jeder konnte dort die vier Verse aus den Evangelien eintragen, die für den eigenen Glauben besonders wichtig sind. Das Projekt endete vergangenen Sonntag, dem Christkönigsonntag. "Die Auswertung wird mit Spannung erwartet", teilt das Erzbistum mit. (meu)
Bistum Magdeburg
"Auf diözesaner Ebene wurde das Jahr des Glaubens mit dem Blick auf das Konzil vor 50 Jahren verbunden", berichtet Thomas Pogoda aus dem Fachbereich Pastoral für Kirche und Gesellschaft. Hierzu sei eine Reihe von Kalenderblättern entstanden, in denen Theologen aus dem Bistum je einen Konzilsbeschluss kommentiert und in einem Aspekt auf das Glaubensleben im Bistum gedeutet hätten.
Diese Kalenderblätter seien durch methodische Hilfen ergänzt worden, die Gedanken der Konzilstexte im Glaubensgespräch vertieften. "Die Kalenderblätter und Arbeitshilfe sind gut angenommen worden", so Pogoda. Ein Teil der Texte sei in den eigenen Pfarrbrief übernommen und entsprechende Veranstaltungen durchgeführt worden. "Auch unsere jährliche Bistumswallfahrt hat diese Anliegen aufgegriffen und blickte 2012 auf das Konzil sowie 2013 auf die missionarische Wirksamkeit in die Gesellschaft.
Auf Ebene der Pfarreien fanden im Bistum verschiedene Veranstaltungen statt, darunter ein Klostertag einer Pfarrei zum Thema Taufe/Getauftsein im Benediktinerkoster Huysburg. "Ich denke, dass der Gedanke eines Themenjahres, ein gutes Maß an Kreativität wachgerufen hat, um Formen und Formate des Austausches zu finden", so das Fazit von Pogoda. (mog)
Erzbistum Freiburg
Zum Jahr des Glaubens gab es in der Erzdiözese Freiburg eine Reihe von Veranstaltungen und Projekten, die auf Interesse stießen und zum Teil in den kommenden Jahren noch weiterwirken sollen.
Angeregt durch die Impulse zum Glaubensjahr von Papst Benedikt XVI. und durch die Enzyklika "Lumen fidei" von Papst Franziskus hat das Erzbischöfliche Seelsorgeamt Anstöße zum Gespräch über den Glauben zusammengestellt – mit außergewöhnlichen Motiven als Einstieg und mit weiterführenden Gedanken und Tipps für Gruppenstunden, Einzelgespräche und Predigten.
Insofern wirkt der Erfolg des Glaubensjahres weiter, betont Bistumssprecher Robert Eberle. Erneut sei deutlich geworden, dass Glaubensvermittlung eine der größten Herausforderungen für die Kirche ist. Hätten in der Vergangenheit vorwiegend Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit der Sakramenten-Vorbereitung im Mittelpunkt gestanden, gerieten heute die Erwachsenen mehr in das Blickfeld, wie die Pastoralen Leitlinien der Erzdiözese formulierten.
Um gerade die Glaubensvermittlung an Erwachsene zu fördern, werden die Angebote an Glaubenskursen, Geistlichen Übungswegen und Geistlichen Abenden auch nach dem Jahr des Glaubens weiter entwickelt. (mog)
Bistum Fulda
Auch das Bistum Fulda und seine Pfarreien haben das Jahr des Glaubens mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen gefüllt. Als erstes Stichwort nennt Dagmar Denker, die stellvertretende Abteilungsleiterin des Seelsorgeamtes, zahlreiche Glaubenskurse, von denen einige speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnitten waren. Hinzu kommen Vorträge, eine Gesprächsreihe in der Fastenzeit und Impulse zum Advent im vergangenen Jahr. Eine Ausstellung mit dem Titel "So geht katholisch" wanderte durch die Pfarreien. Und auf der Homepage des Bistums befand sich ein dauerhafter Hinweis auf das Jahr des Glaubens, hinter dem sich Veranstaltungshinweise oder auch spirituelle Texte verbargen.
Das Fazit Dagmar Denkers zum Jahr des Glaubens klingt nachdenklich: "Es hat gute Impulse für die Glaubensvermittlung gegeben", sagt sie. Eine richtiggehende Aufbruchsstimmung hat sie aber nicht beobachten können. Nach ihrer Wahrnehmung gibt es derzeit noch viele andere Themen, die die Gläubigen beschäftigen, seien es strukturelle Veränderungen innerhalb des Bistums oder die Affäre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. "Besonders diejenigen zu erreichen, denen der Glaube nicht so viel bedeutet, ist gar nicht so einfach", erklärt Denker. Gerade in diesem Bereich wirkt das Jahr des Glaubens im Bistum Fulda jedoch über sich hinaus: So entstand die Idee einer Reihe mit dem Titel "Glauben – ein Alternative?", die an ungewöhnlichen Orten wie in Kneipen für den Glauben werben will. (gho)
katholisch.de-Dossier: Jahr des Glaubens
Erzbistum Bamberg
Im Erzbistum Bamberg war der Höhepunkt im Jahr des Glaubens das Heinrichsfest im Juli mit rund 5.000 Besuchern. Wie Bistumssprecher Harry Luck sagt, stand das Fest, das an den Gründer und Patron des Erzbistums erinnert, in diesem Jahr ganz im Zeichen des Themenjahrs. Auch auf dem Eucharistischen Kongress in Köln sei das Erzbistum mit einem Stand und einer Gruppenreise vertreten.
Des Weiteren ist von der Frauenpastoral der Erzdiözese das Buch "Auf einen Espresso mit Gott" erschienen, in dem Frauen schreiben, wie sie Spiritualität im Alltag erleben. Dazu haben auch mehrere öffentliche Lesungen stattgefunden. Im April fand wiederum in einem Bamberger Club ein Rockkonzert mit christlichen Impulsen statt – und das "unter großem Zuspruch von Jugendlichen", wie Luck weiter sagt. Zudem seien die "Alltagsexerzitien" in diesem Jahr erstmals ökumenisch angeboten worden. Auch hier das Interesse groß gewesen.
Nach Ansicht von Domvikar Robert Mayr ist das Jahr des Glaubens im Erzbistum auf reges Interesse gestoßen: "Insgesamt haben wir ein großes Bedürfnis der Menschen gespürt, über ihren Glauben zu sprechen", sagt der Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche. (meu)
Bistum Trier
Eine Vielzahl von Vorträgen und Veranstaltungen begleiteten des Jahr des Glaubens im Bistum Trier. "In vielen Pfarreien und Dekanaten der Diözese hat das Glaubensjahr Anlass zu vielfältigen Angeboten und Gesprächen gegeben", bilanziert denn auch Michael Kneib, Direktor des Zentralbereichs "Pastoral und Gesellschaft" im Bistum Trier.
Besondere Projekte zum Jahr des Glaubens im Bistum waren etwa ein spirituelles Geocaching, bei dem alle Interessierten in einer Art modernen Schnitzeljagd auf Wegen im ganzen Bistum Trier Glaubenserfahrungen sammeln konnten.
Ein Erfolg war auch die Wanderausstellung Glaube.komm, die Schautafeln mit den Assoziationen zum Glaubensbekenntnis zeigte. Dazu hatten die Veranstalter rund 110 Personen zwischen 14 und 70 Jahren befragt. Zum einen zufällig auf der Straße ausgewählte Menschen, zum anderen auch vier Schulklassen im achten und zehnten Schuljahr.
Daneben gab die Ausstellung Anregungen und Texten und persönlichen Bekenntnissen Raum und ermöglichte einen direkten und interaktiven Austausch über den Glauben. (mog)
Bistum Hildesheim
In der Diözese Hildesheim hat man nach Bistumsangaben verschiedene Akzente gesetzt. Darunter die ökumenische Initiative "Kirche hoch zwei", ein "geistlicher Prozess beider Kirchen, bei dem es um die Frage nach zukünftigen Wegen und Weisen des Glaubens und den ihnen entsprechenden Weisen des Kircheseins geht", wie Christian Hennecke, der Regens des Hildesheimer Priesterseminars, berichtet. Unter anderem nahmen im Februar mehr als 1.300 Menschen an einem Kongress dazu teil.
Ebenso habe es verschiedene Formen der Katechese gegeben, zum Beispiel die Katechesekirche, bei der sich bis zu 40 Personen jeweils ein Wochenende intensiv mit Glaubensfragen befassten. Ebenso habe es bewusst generationsübergreifende Angebote gegeben. Des Weiteren führt Hennecke die Vortragsreihe zu Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils an. „"Nach einem kurzen geistlichen Impuls zu einem Text oder einem wichtigen Abschnitt der Konzilsdokumente wurden diese Texte intensiv diskutiert", sagt er. Eine einfach gestaltete Eucharistiefeier hätte vielen Teilnehmern einen "tiefen geistlichen Abschluss" der Veranstaltung ermöglicht.
Überdies habe sich das Bistum Hildesheim im "Jahr des Glaubens" damit beschäftigt, "wie das Taufbewusstsein und die Taufwürde der Christen gestärkt werden kann", sagt der Regens weiter. Dazu habe es unter anderem Fortbildungen sowie die Begleitung der Verantwortlichen in den Gemeinden gegeben. (meu)