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Weltbild-Eigner verlieren Millionen - und sichern weiteres Geld zu

Insolvenz abgewendet?

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Das Straßenschild "Unterm Heiligen Kreuz" hängt direkt über einem Schild von einer Weltbild-Filiale.
Augsburg - Eine Insolvenz des katholischen Medienkonzerns Weltbild ist offenbar abgewendet. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gibt es aus dem Kreis der bisherigen Gesellschafter bis Ende vergangener Woche Zusagen für neues Kapital in Höhe von etwa 60 Millionen Euro.

Zugleich haben die zwölf Bistümer sowie die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) laut FAZ vom Montag bei einem Kapitalschnitt Anteilswerte in Höhe von 130 Millionen Euro verloren. Im Gegenzug setzten die Banken, darunter die Kirchenbanken LIGA und Pax-Bank, ihre Geschäftsbeziehungen fort. Der Konzern und beteiligte Bistümer wollten die Zahlen nicht bestätigen.

"Weltbild hat die verlässliche Erkenntnis, dass das Unternehmen im notwendigen Umfang von den Gesellschaftern gestützt wird", sagte eine Unternehmenssprecherin. Sie verwies zudem darauf, dass das in die roten Zahlen geratene Unternehmen um die Notwendigkeit eines Umbaus zu einem Online- und Digitalgeschäft sowie die "aktuelle, mittelfristig anhaltende Verlustsituation nie ein Geheimnis gemacht" habe. Die Sprecherin kündigte an, dass im ersten Quartal eine neue mittelfristige Finanzplanung für Weltbild vorliege.

Auch die Eigentümer-Struktur soll sich Medienberichten zufolge ändern. Als neue Gesellschafter gelten neben dem Erzbistum München-Freising, das mit Generalvikar Peter Beer auch den Aufsichtsratsvorsitzenden stellt, auch die Katholische Soldatenseelsorge Berlin. Beide brächten zusammen etwa 30 Millionen Euro auf, heißt es. Eine Bestätigung aus München gab es dafür am Montag auf Anfrage nicht. Auch die an Weltbild bisher nicht beteiligten Bistümer Mainz und Hildesheim wollten das Unternehmen stützen.

Eichstätt beteiligt sich - Bamberg steigt aus

Das Bistum Eichstätt erklärte unterdessen "eine grundsätzliche Bereitschaft", sich weiter bei Weltbild zu engagieren. Dies geschehe "besonders wegen der betroffenen Mitarbeiter", sagte ein Sprecher der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dies müsse jedoch mit dem Diözesansteuerausschuss besprochen werden, der sich am 21. November zu seiner nächsten Vollversammlung trifft. Das Gremium beschließt den Bistumshaushalt, in den alle Einnahmen aus der Kirchensteuer fließen.

Nicht weiter als Gesellschafter dabei sein will das Erzbistum Bamberg. Man wolle zwar einen Beitrag zur Sanierung des Konzerns leisten. Gleichzeitig befürworte die Erzdiözese, "dass die Zahl der Gesellschafter auf eine handlungsfähige Menge reduziert wird". Bisher hat nur das Bistum Augsburg einen Betrag von 15 Millionen Euro als "Liquiditätshilfe" für Weltbild öffentlich gemacht. Dabei wurde zugleich die Absicht mitgeteilt, aus dem Kreis der Gesellschafter auszuscheiden.

Sorge um Jobs

Arbeitnehmervertreter verwiesen am Montag darauf, dass das neue Kapital zwar das Weihnachtsgeschäft absichere, ein weiterer Personalabbau jedoch nicht vom Tisch sei. Mit Sorge beobachte man, dass mit Josef Schultheis ein Sanierer ins Unternehmen geholt worden sei, so ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck. Der Konzern hatte Ende Oktober angekündigt, 140 Arbeitsplätze beim Kundenservice abzubauen. Weitere Entlassungen könnten auch in den Filialen drohen, fürchtet der Gewerkschafter.

Weltbild ist mit einem Umsatz von zuletzt 1,6 Milliarden Euro und rund 6.800 Mitarbeitern einer der größten Buchhändler in Deutschland. Zuletzt rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Laut FAZ gibt es ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, das Weltbild für zukunftsfähig hält. Dazu müsste der internetgestützte Handel und der Vertrieb elektronischer Lesegeräte forciert werden. (KNA)

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