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ZdK-Präsident Alois Glück über Kirchenfinanzen, Laienengagement und den Limburger Bischof

Intensive Diskussion erwartet

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Ingolstadt - Mit einer intensiven Diskussion über die Staatsleistungen für die Kirche rechnet der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Das sei die Folge aus den Vorgängen in Limburg, auch wenn diese nicht in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Thema stünden, sagte Glück am Mittwoch im Interview mit dem Ingolstädter "Donaukurier". Er rate der Kirche deshalb dazu, alle Diskussionen offen aufzunehmen und nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

Das gelte sowohl für das innerkirchliche Verhältnis, jenes gegenüber der Öffentlichkeit sowie für jenes zwischen Kirche und Staat, sagte Glück. "Überrascht" zeigte er sich davon, dass der Fall Limburg in Bezug auf die Diskussionen in und außerhalb der Kirche sowie die Austritte "noch gravierender" gewesen sei als bei der Missbrauchsdebatte. "Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass sich eine Art generalisierende Einschätzung breitmachte, wie etwa: Die Kirche hat viel Geld, in der Kirche ist alles intransparent." Damit müsse man sich auseinandersetzen und fragen, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen seien.

Auch die zurückgehende Zahl von Priestern beschäftigt Glück. Die Kirche werde in weiten Teilen der Gesellschaft nur noch gegenwärtig sein können, wenn dort auch Laien den Glauben vertreten, betonte er. Als Getaufte und Gefirmte seien sie schließlich "nicht Amateure des Glaubens". Frauen und Männer könnten Aufgaben übernehmen, die bisher von Priestern gestaltet würden, zu deren Ausführung aber nicht unbedingt eine Weihe nötig sei.

Glück: "Aufgaben der Verkündigung" auch für Frauen

Mit einem Zitat Papst Benedikts XVI. fordert Glück - bei aller Unterschiedlichkeit der Aufgabenstellung - eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Klerus und Laien. Lebenstüchtige Menschen sollten künftig nicht nur folgenlose Ratschläge geben können, sondern "Mitverantwortliche sein", fordert Glück. Die Rolle der Frauen müsse dafür bis in Führungspositionen der Kirche hinein gestärkt werden. Das schließe auch "Aufgaben in der Verkündigung" mit ein.

Alois Glück steht spricht vor einer blauen Wand mit dem ZdK-Logo.
Mehr direkte Demokratie und eine bessere Familienpolitik forderte Alios Glück, Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken, auf der Frühjahrsvollversammlung des ZdK in Münster.

Froh zeigte sich der ZdK-Präsident unterdessen darüber, dass die Debatte um den Erste-Klasse-Flug des Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nach Indien beendet sei und sich der Bischof "eindeutig erklärt hat". Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass das Strafverfahren gegen ihn wegen einer falschen eidesstattlichen Aussage vorläufig eingestellt wurde. Laut Hamburger Amtsgericht erfolgte dieser Schritt mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 20.000 Euro.

Nun gelte es, alle Vorgänge im Zusammenhang mit dem Bau des umstrittenen Limburger Diözesanzentrums sorgfältig zu analysieren, so Glück. Das betreffe nicht nur die Rolle des Bischofs, sondern auch die Rolle der übrigen Verantwortlichen. Der abschließende Bericht der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Prüfkommission müsse dann mit seinen wesentlichen Sachverhalten veröffentlicht werden.

Nur so sei es möglich, "den jetzt schon blühenden Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen", sagte der ZdK-Präsident. Ansonsten bleibe die Situation in Limburg vergiftet. Dann wäre ein Neuanfang, gegebenenfalls auch mit einem neuen Bischof, ganz schwierig. Eine Rückkehr von Tebartz-van Elst hält Glück für unwahrscheinlich. Letztlich aber habe das der Papst zu entscheiden. (bod/KNA)

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