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"Keine zweite evangelische werden"

Kabarettist Krebs: Kirche sollte sich auf Markenkern konzentrieren

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Wetzlar - Vor ein paar Jahren fand der Kabarettist Wolfgang Krebs den Weg zurück zur Kirche. Von ihr wünscht er sich, dass sie sich auf ihren Markenkern besinnt – "die wichtigste Botschaft der Welt".

Der bayerische Kabarettist Wolfgang Krebs wünscht sich von der katholischen Kirche eine Konzentration aufs Wesentliche. "Als Texter in der Werbeindustrie weiß ich, wie wichtig der Markenkern ist", sagte Krebs im Interview des christlichen Magazins "Pro" (aktuelle Ausgabe). "Darauf sollte die Kirche achten und sich nicht zu sehr dem Zeitgeist anbiedern."

Daher sollte die katholische Kirche nicht versuchen, "eine zweite evangelische Kirche zu werden", so Krebs weiter. "Natürlich hat die Kirche Fehler im Zuge der Missbrauchsskandale gemacht und muss diese aufarbeiten. Aber sie hat als ihren Markenkern die wichtigste Botschaft der Welt."

Krebs ist vor allem für seine parodistischen Imitationen amtierender oder ehemaliger bayerischer Ministerpräsidenten bekannt. Aus der katholischen Kirche trat der einstige Ministrant Mitte der 1990er-Jahre aus, nachdem seine erste Ehe gescheitert war und er erneut geheiratet hatte. "Ich wollte mich befreien, weil ich mich ja nach den Regeln der Kirche schuldig gemacht hatte." Nach der Annullierung seiner ersten Ehe entschloss er sich 2022 zum Wiedereintritt.

"Gott ist am Kreuz für mich gestorben"

Zu seinem Gottesbild erklärte Krebs, dass er an einen Gott glaube, der ihn liebe, aber auch ermahne, gewisse Spielregeln einzuhalten. "Gott ist am Kreuz für mich gestorben. Es entlastet mich, wenn er mir anbietet, nach Fehlern immer wieder neu anzufangen." Daher habe er auch keine Angst vor dem Tod. "Ich fände es fatal, in der Angst leben zu müssen, dass nach dem Tod alles aus ist." Viele seiner Kollegen belaste das enorm. "Ich weiß, was mich erwartet", so Krebs.

Beim Thema Religion habe er bei seinen Auftritten bisher noch keine Grenze überschritten, sagte der Kabarettist: "In einem meiner Programme sprechen eine evangelische Pfarrerin und der katholische Priester in bierseliger Laune über Gott und den Glauben. Aber das verletzt keine religiösen Gefühle oder lästert Gott." Er respektiere alle Religionen und mache keine Witze darüber. (mal)

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