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Einige Kirchen und Kölster in Süddeutschland sind vom Hochwasser bedroht

Kampf gegen das Wasser

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Hochwasser herrscht am 03.06.2013 in Passau (Bayern). Die Hochwasserlage in Passau spitzt sich weiter zu,
Bonn - In den Hochwassergebieten wird die Lage immer schlimmer. Und ein Ende der Katastrophe in Süd- und Ostdeutschland ist noch nicht in Sicht. Tausende Menschen fliehen vor den Wassermassen. Auch vor kirchlichen Einrichtungen machen die Fluten nicht halt. Allein das Bistum Passau rechnet mit Millionenschäden. Anderswo versucht man alles Mögliche zu tun, um das Schlimmste zu verhindern

Diesmal seien sie gut vorbereitet, verspricht Schwester Elisabeth Vaterodt. Erst im April haben die 15 Zisterzienserinnen aus Sankt Marienthal im Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen ihr frisch renoviertes Kloster wieder in Betrieb genommen, nachdem es bei der Oder-Neiße-Flut im August 2010 schwer beschädigt worden war.

Barockes Kloster vor bewölktem Kloster

Doch trotz des heftigen Regens in den vergangenen Tagen zeigte sich die Priorin am Montag zuversichtlich, dass das Wasser abfließend wird, ohne der Kloster anzugreifen: "Es schüttet auch diesmal wieder, was der Himmel hergibt, aber wir haben am Samstag bereits die Hochwasserschutzwände aufgestellt. Wir werden den Pegel im Auge behalten, aber es gibt keinen Grund zur Panik." In den vergangenen zwölf Stunden sei das Wasser der Neiße um etwa einen halben Meter gestiegen, zwischenzeitlich wieder um 30 Zentimeter gefallen. Insgesamt, so Schwester Elisabeth, gebe es noch etwa anderthalb Meter Spielraum.

Auch in der niederbayerischen Benediktinerabtei in Weltenburg an der Donau machen sich die Mönche noch keine Sorgen, denn bisher hielten die neuen Wasserschutzvorrichtungen stand. Ihre "Feuerprobe" stünde ihnen aber noch bevor, sagte Abt Thomas Freihart am Sonntag. Der kritische Scheitelpunkt werde Anfang der Woche erwartet. Die Schutzanlagen waren als Reaktion auf das Pfingsthochwasser 1999 angeschafft worden. Damals erreichte die Donau einen Höchststand von circa acht Metern. Die aktuelle Marke liegt etwa einen Meter darunter.

Überschwemmung im Bistum Passau

Im Bistum Passau hingegen macht das Hochwasser weitaus mehr Probleme: Das Bischöfliche Ordinariat ist seit Montag geschlossen. Auch die Mitarbeiter der diözesanen Caritaszentrale konnten ihre Büros in der Altstadt nicht mehr erreichen. Und der Domberg sei inzwischen eine Insel, sagte Bistumssprecher Wolfgang Duschl. Verletzte gebe es bisher nicht. Das Bistum rechne jedoch damit, nach dem Hochwasser eine Summe im zweistelligen Millionenbereich aufbringen zu müssen.

Mit 12,50 Metern wurde ein bisher noch nie gemessener historischer Pegelstand erreicht und die Wasser- und Stromversorgung in der Altstadt vorübergehend eingestellt. Die Menschen seien mit Booten in der Fußgängerzone unterwegs, berichtete Bistumssprecher Duschl.

Belastung, die wohl nur diejenigen ermessen können, die eine solche Notlage selbst erlitten haben.

Jochen Bohl (Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens)

Besonders betroffen sind Kirchen und Gebäude nahe der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz. Auch das Kloster Niedernburg mit seinen Schulen steht vollständig unter Wasser. Der Unterricht fällt aus, ebenso die Abiturprüfungen. Die Reliquien der seligen Gisela wurden zur Sicherheit in die Sakristei gebracht. Am Inn ist das "Marienheim" überflutet. Die Studenten mussten evakuiert werden. Die Caritas-Einrichtungen im "Konradinum" sind ebenfalls überschwemmt.

Landesbischof schreibt an Gemeinden

In einem Brief an die vom Hochwasser betroffenen Gemeinden zeigt sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, erschüttert über die aktuelle Lage. "Elf Jahre nach der sogenannten Jahrhundertflut sind erneut viele Menschen gefährdet", so der Bischof. Und weiter: "Wiederum werden sie materielle Schäden erleiden und sind einer seelischen Belastung ausgesetzt, die wohl nur diejenigen ermessen können, die eine solche Notlage selbst erlitten haben."

Seine Gebete seien bei allen Opfern der Flut. "Möge Gott verhüten, dass Menschen Schaden an Leib und Seele nehmen und schenke er, dass die Betroffenen auf Hilfsbereitschaft und Solidarität zählen können", schreibt Bohl. Schon jetzt danke er zudem allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Kirche, die den Betroffenen seelsorgerlich und mit tatkräftiger Hilfe zur Seite stehen.

Alarmbereitschaft in Dresden

Auch der Generalvikar des Bistums Dresden-Meißen, Michael Bautz, hat sich im Auftrag von Bischof Heiner Koch in einem Rundschreiben an alle Diözesaneinrichtungen gewandt, wie das Bistum auf seiner Internetseite mitteilt.

Darin stünden Tipps und Informationen für den Notfall, von der Sicherstellung der telefonischen Erreichbarkeit bis zur Versicherungsfragen. "Wir werden die Entwicklung der Hochwasserstände aufmerksam verfolgen und gegebenenfalls weitere Hilfsmaßnahmen beschließen", so Bautz.

Aus Gemeinden des Bistums sind in der Bistumsverwaltung Meldungen über Schäden eingegangen. Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen würden geschlossen, Kirchen gegen das steigende Wasser gesichert.

In Dresden wurden nach Angaben des Bistums das Untergeschoss und die Tiefgarage im "Haus der Kathedrale" bereits geräumt. Aktuell würden Sicherungsmaßnahmen getroffen, um den Wasserdruck von der Bodenplatte des Gebäudes zu nehmen.

In der Gruft der Kathedrale sei bereits nach der Flutkatastrophe 2002 der Hochwasserschutz erweitert worden. Damals war die Unterkirche vollgelaufen. Bei Restaurierungsarbeiten seien deshalb Hochwasserschotts aus Aluminiumsperrbalken in die Türen und Pumpen eingebaut worden. Derzeit werde das Gebäude regelmäßig kontrolliert. (mir/meu/KNA)

Passauer Caritas ruft zu Spenden auf

Die Passauer Caritas hat zu Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe aufgerufen und dazu ein eigenes Konto eingerichtet. Bei der Sparkasse Passau ist das Spendenkonto mit der Nummer 1230, BLZ 740 500 00, und dem Verwendungszweck Hochwasserhilfe 2013, geschaltet. (meu)

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