Kampf gegen die "Ware Mensch"
Zudem müssten Menschen sensibilisiert werden, beim Einkauf darauf zu achten, wo die Waren produziert worden seien, sagte der Bamberger Erzbischof. Ein weiterer Punkt sei ein konsequentes Vorgehen gegen Zwangsprostitution. Dazu wolle die Kirche ihre Möglichkeiten der Verkündigung und Öffentlichkeitsarbeit nützen, kündigte Schick an. Anlass war der Abschluss einer dreitägigen Konferenz zum Thema "Die Sklaverei ist nicht vorbei – Menschenhandel heute bekämpfen" an der die katholischen Weltkirche-Verantwortlichen in Deutschland teilnahmen.
Kritik an der Bundesregierung
"Die Ware Mensch boomt, auch, weil wir zu wenig darüber nachdenken, wie Blumen geschnitten, Obst geerntet, Kleidung genäht oder Hightech-Geräte hergestellt werden", sagte Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka. Der Leiter des Lateinamerika-Hilfswerkes kritisierte zudem die Politik, die den Menschenhandel totschweige, weil zu viel Geld im Spiel sei und es keine Bereitschaft gebe, den Opfern von Menschenhandel einen würdigen Rechtsschutz zu gewähren.
Kritik übten die Kirchenverantwortlichen in diesem Zusammenhang auch an der Bundesregierung. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels aus dem Jahr 2011 sei immer noch nicht in nationales Recht umgesetzt, wie es eigentlich bis April 2013 hätte geschehen sollen. Dies müsse nun "unverzüglich und vollständig" passieren, heißt es in der Abschlusserklärung.
Zudem sei eine "an der Realität orientierte kritische Überprüfung" des Prostitutionsgesetzes aus dem Jahr 2001 notwendig. Verbrecherische Organisationen nützten die liberale Ausgestaltung des Gesetzes aus, sagte Ludwig Kuhn als Vertreter der Diözesanverantwortlichen zum Thema Weltkirche. Neben einer kostendeckenden Regelfinanzierung für Fachberatungsstellen seien eine sichere Unterkunft der Opfer von Menschenhandel sowie eine Bleiberechtsregelung nötig.
Würdigung der Hilfswerke
Die Direktorin des Caritas Lebanon Migrant Center, Najla Chahda, würdigte die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke aus Deutschland bei der Unterstützung von Arbeitsmigranten. Durch missio Aachen würden etwa Zufluchtshäuser und Rechtsberatung für Frauen gefördert, die als Haushaltshilfen aus den Philippinen angeworben werden.
Davon gäbe es etwa 300.000 im Libanon. Diese würden oft nicht bezahlt oder sexuell missbraucht. Wenn ihre Arbeitgeber sie entließen, drohe ihnen rechtliche Verfolgung. Die Caritas habe jedoch bei den Behörden erreicht, dass Ermittlungen gegen diese Frauen nicht ohne Rechtsbeistand erfolgten. (meu/KNA)
Hinweis: Informationen rund um die Jahrestagung stehen bereit unter www.weltkirche.katholisch.de.