Kardinal Marx: Nicht nur auf die Lehre konzentrieren
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die deutschen Bischöfe dazu aufgerufen, sich nicht einseitig auf die kirchliche Lehre zu konzentrieren. "Es geht nicht nur um den Katechismus, um eine trockene Lehre, 'wenn du das weißt, kommst du in den Himmel'", sagte er am Montagabend im Eröffnungsgottesdienst der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung in Ingolstadt. Lehre, Gebote und Texte allein könnten keine Wirksamkeit entfalten und blieben "sterile, abstrakte Theorie", wenn sie nicht in der Liturgie gefeiert und vor allem durch das Engagement für die Armen und Schwachen gelebt würden, so Marx in seiner Predigt.
Glauben lerne man nur dann, wenn auch miteinander gebetet und gefeiert werde und man gemeinsam Solidarität gegenüber Benachteiligten übe. Nur wenn die Christen heute diesen Dreiklang der biblischen Gotteserfahrung beherzigten, könne der Kirche ein Aufbruch gelingen und Fortschritte in der Ökumene und in der Verbreitung des Glaubens erzielt werden.
Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke hatte die 64 Bischöfe zu Beginn der Messe in Ingolstädter Liebfrauenmünster mit den Worten begrüßt: "Gerne hätte ich mehr Heiterkeit unter weiß-blauem Himmel geboten, aber der Finanzskandal hängt wie eine graue Aschewolke über unserem Bistum". Der Skandal sei "beschämend" und diskreditiere die Kirche vor ihren Spendern, so Hanke. Er verwies zugleich darauf, dass das Bistum Eichstätt einst ein Ort der kirchlichen Reform gewesen sei und äußerte die Hoffnung, dass ein solcher Impuls für das Thema Finanzen auch von der Vollversammlung ausgehe. Nötig seien hier "systemische Veränderungen".
Die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe tagt bis Donnerstag in Ingolstadt. Hierbei soll es auch um den Umgang der Kirche mit Geld gehen. (tja)