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Schneider zieht gemischte Ökumene-Bilanz

Keine konkreten Anstöße

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Drei Würdenträger von hinten: Metropolit Augoustinos, Kardinal Joachim Meisner und Präses Nikolaus Schneider feiern einen ökumenischen Gottesdienst beim Evangelischen Kirchentag 2007 in Köln.
Bad Neuenahr - Der scheidende Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, hat eine gemischte Bilanz zur Ökumene gezogen. Er rechne nicht mit einer sichtbaren strukturellen Einheit der christlichen Kirchen "in absehbarer Zeit", sagte er am Montag in seinem letzten Rechenschaftsbericht vor der Landessynode in Bad Neuenahr.

Allerdings könne man auch "gelassen und geschwisterlich" mit der Vielfalt kirchlicher Strukturen umgehen. Dabei dürften indes die "je eigenen Gotteserkenntnisse" nicht verabsolutiert werden. Auch sollten die Kirchen sich "nicht gegeneinander profilieren".

Die Synode der mit 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche wählt am Donnerstag einen neuen Präses oder eine neue Präses. Bisher haben sich die rheinische Vizepräses Petra Bosse-Huber, Oberkirchenrat Manfred Rekowski und die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Ellen Ueberschär, für das Spitzenamt beworben. Schneider, der am 3. März aus dem Amt scheidet, bleibt aber bis 2015 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Konzil war Jahrhundertereignis

Der Theologe würdigte das vor 50 Jahren eröffnete Zweite Vatikanische Konzil der katholischen Kirche als "Jahrhundertereignis", das einen ökumenischen Aufbruch bewirkt habe.

"Mit der Wahrnehmung und Anerkennung des Wirkens Gottes auch außerhalb der eigenen Kirche wurde eine Öffnung zur Ökumene möglich, die vor allem in Deutschland und auch in unserer rheinischen Kirche vielfältige Auswirkungen zeigte", so Schneider. Allerdings werde man weiter um die Abendmahlgemeinschaft und um ein Amtsverständnis ringen, dass Laien und Frauen nicht von kirchenleitenden Ämtern ausschließe. Zugleich müsse man sehen, dass für viele Christen ihre konfessionelle Bindung an Bedeutung verloren habe.

Lob und Kritik an Aufruf "Ökumene jetzt"

Schneider dankte den Initiatoren des Aufrufs "Ökumene jetzt - ein Gott, ein Glaube, eine Kirche". Leider vermittele das Papier zur Lösung vieler Fragen und Probleme keine konkreten Anstöße. Prominente Christen wie Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und Altbundespräsident Richard von Weizsäcker hatten im Herbst ein Ende der Kirchenspaltung trotz theologischer Unterschiede angemahnt.

Schneider rief die "Christinnen und Christen gleich welcher Konfession und Nationalität" auf, sich an den Vorbereitungen des Reformationsjubiläums 2017 zu beteiligen.

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