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Zweimal geht es im Speyerer Kaiserdom um die Beleuchtung

Kerzen für ein besonderes Totengedenken

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Der beleuchtete Speyrer Kaiserdom bei Nacht.
Speyer - Die Speyrer Kathedrale wird auch Kaiserdom genannt. Sie ist Grablege für acht Könige und Kaiser - aber auch für mehr als 40 Bischöfe. Für sie wird es in der kommenden Woche ein besonderes Requiem geben.

Der Speyerer Kaiserdom zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Architektur und gehört seit 1981 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die größte romanische Kathedrale der Welt soll bald auch in der Dunkelheit glänzen, und zwar innen wie außen. Denn das Bistum plant eine moderne Außenbeleuchtung - und ein besonderes Totengedenken in der Kirche.

Kerzen spielen in dem Gotteshaus eine besondere Rolle. Sie leuchten während der Gottesdienste oder werden in Verbindung mit einem persönlichen Gebet auf einem der Opferkerzenständer entzündet. Am Montag kommen für eine Woche 40 Grablichter hinzu, die im gesamten Innenraum aufgestellt werden. Sie dienen dem Gedächtnis an die in der Kathedrale bestatteten Bischöfe. Am Dienstag folgen eine Vesper und Requiem für die Bischöfe und Geistlichen des Doms unter der Leitung von Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Nicht alle Gräber können zugeordnet werden

Als Kaisergrab ist das Gotteshaus bekannt: Die Grablege der acht Könige und Kaiser ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts über eine neu angelegte Gruft begehbar. Aber die weitaus größte Anzahl von Gräbern im Dom sind die der Bischöfe von Speyer. Mehr als 40 ruhen im Dom. In der ganzen Kathedrale werden Kerzen und Namensschilder ihre Grabstätten kennzeichnen.

Einige von ihnen sind in einem Sammelgrab bestattet, weitere 37 Bischöfe fanden ihre letzte Ruhestätte in Einzelgräbern. In einem Sammelgrab in der Hauptapsis der Krypta wurden die sterblichen Überreste beigesetzt, die beim Bau der romanischen Kathedrale exhumiert wurden. Weitere Gräber der Bischöfe von der Zeit der Erbauung des Doms bis heute befinden sich im Mittelschiff und den Seitenschiffen, dem Königschor und der Kapelle St. Emmeram und St. Martin sowie der Krypta. Nicht alle von ihnen können mit Sicherheit einzelnen Personen zugeordnet werden.

Im Durchgang und im Altarrraum des Speyrer Doms sind rote Grablichter und Namensschilder aufgestellt.
Zum Gedenken an die im Speyrer Dom bestatteten Bischöfe und Geistlichen werden Kerzen und Namensschilder aufgestellt.

Seit der Wiedererrichtung des Bistums 1817 wurden acht Bischöfe im Dom beigesetzt. Zuletzt fand 2013 Weihbischof Ernst Gutting im nördlichen Seitenschiff des Doms seine letzte Ruhestätte. Unter den Toten finden sich auch einige "Prominente" wie der selige Bischof Reginbald II. von Dillingen (1039 gestorben), dessen Grab im Mittelalter Wallfahrtsstätte war. Konrad III. von Scharfenberg (1224 gestorben) war nicht nur Bischof sondern auch Kanzler des römisch-deutschen Reiches und als solcher Berater von drei Kaisern. Das früheste Grab stammt aus der Zeit des salischen Dombaus um 1030.

LEDs für die Umwelt und die Ästhetik

Das jährlich wiederkehrende Requiem für die Oberhirten ist nicht das einzige Licht-Thema des Bistums: Neben dem klassischen Kerzenlicht geht es dieser Tage am Dom auch um moderne LED-Beleuchtung. Diese soll den Dom außen in neuem Glanz erstrahlen lassen.  Am Dienstagabend wurde die neue Außenbeleuchtung in einem Probelauf erstmals komplett eingeschaltet. Anlass war die Jahrestagung der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, die an der Finanzierung beteiligt ist.

Ziel der neuen Außenbeleuchtung ist vor allem die Erneuerung der in die Jahre gekommen Technik. Die LED-Lichtquellen bringen eine viel höhere Energieeffizienz mit sich und ermöglichen gleichzeitig eine dynamische Lichtsteuerung, die den Tages- und Nachtzeiten angepasst ist. Außerdem soll die neue Beleuchtung die räumliche Wirkung der einzelnen Bauteile besser betonen, die für die romanische Kathedrale so charakteristisch ist.

Zusammen mit Stiftungserträgen wurden für das Projekt 300.000 Euro aufgebracht. Die Stadt Speyer unterstützt die Beleuchtung mit einem Zuschuss von 80.000 Euro und soll sich mit dem Domkapitel die laufenden Kosten teilen.

In den kommenden Wochen sollen die neuen Strahler ausgerichtet und individuell an den Dom angepasst werden, teilte das Bistum mit. Unter anderem sollen die Leuchten sogenannte Verschattungstuben bekommen, damit sie weniger blenden. Zum vierten Advent soll alles fertig sein, so dass rechtzeitig zu Weihnachten der Dom in neuem Licht erstrahlt.

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