Kirche in Plauen beschossen – mit ungewöhnlicher Munition
Wildwest in Plauen: Bislang unbekannte Täter haben die evangelische Markuskirche in der sächsischen Kreisstadt beschossen und dabei mehrere Fenster des Gotteshauses beschädigt. Wie die Tageszeitung "Freie Presse" am Donnerstag berichtete, habe Pfarrer Andreas Vödisch am Montag in zwei großen Fenstern insgesamt zehn Einschusslöcher entdeckt. "So eine krasse Sachbeschädigung habe ich an unserem Gotteshaus noch nicht erlebt", sagte Vödisch dem Internetportal TAG24.
Der Pfarrer vermutet hinter den Schüssen nach eigenen Angaben keinen gezielten Anschlag, sondern einen Dummejungenstreich. "Anzeige haben wir trotzdem erstattet, denn das ist kein Kavaliersdelikt. Außerdem läuft da jemand mit einer Waffe durch die Stadt", so Vödisch, der den entstandenen Sachschaden auf 500 Euro bezifferte.
Polizei hat in der Kirche Murmeln gefunden
Die Polizei hat inzwischen Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Dabei wurden in der Kirche mehrere Glasmurmeln gefunden. Diese hätten vermutlich als Wurfgeschosse gedient, so Polizeisprecher Oliver Wurdak in der "Freien Presse". Die Täter könnten die Murmeln als Munition für eine Schleuder benutzt haben. Unklar sei, ob sie die Fenster treffen wollten oder auf Tauben gezielt hätten. "Das ist immer noch eine Hypothese. Aber die ist recht schlüssig", so Wurdak.
Im November vergangenen Jahres hatte es in Plauen bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben. Damals waren an den Fenstern eines Kaufhauses ebenfalls Einschusslöcher entdeckt worden. Die Polizei hatte bei ihren Ermittlungen einen toten Vogel und Murmeln gefunden. Ein Täter konnte jedoch nicht ermittelt werden. Auch die Markuskirche war in der Vergangenheit bereits Ziel von Übergriffen: Ende Oktober vergangenen Jahres hatten Unbekannte auf eine Bodenplatte vor der Kirche ein Hakenkreuz geschmiert. (stz)