Kirchen als Oasen
Unter dem Motto "Wir sind eins als Geschöpfe Gottes" laden Christen, Juden, Muslime und Buddhisten zu einer interreligiösen Feierstunde. Dabei soll zum Ausdruck kommen, dass Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten und Weltanschauungen in Stuttgart "friedlich miteinander leben, einander in ihren jeweiligen Traditionen achten und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen", wie die Initiatoren, eine Gruppe evangelischer Pfarrer, betonen.
Die Begriffe Gottesdienst und Gebet werden wegen unterschiedlicher theologischer Vorstellungen vermieden. Im Rahmen der Feier soll sich jede Religionsgemeinschaft vorstellen, einen Text aus ihrer Tradition erläutern und einen musikalischen Beitrag präsentieren.
Eine Oase im Haus der Katholischen Kirche
Im Haus der Katholischen Kirche an der Königstraße wird für Gäste eine "Oase" geschaffen, um "jenseits vom Trubel auf den Straßen und Plätzen" Ruhe zu finden. Ausstellungen befassen sich mit den NS-Gegnern Rupert Mayer und Eugen Bolz sowie mit sozialen Aktivitäten katholischer Kirchengemeinden aus Stuttgart. In der Domkirche St. Eberhard tanzt der Stuttgarter Künstler Carismo von Tüchern gehalten zu Orgelmusik im Kirchenraum.
Die Protestanten bieten unter anderem ein Mittagsgebet und ein ökumenisches Taize-Gebet an. Zudem sind Führungen in der Schlosskirche, eine Ausstellung zur Reformation und ein "Speaker's Corner" geplant, bei dem Vertreter bürgerschaftlicher Initiativen über die "Baustelle Demokratie" sprechen. Licht-Künstler Joachim Fleischer will abends das Hospitalhof-Areal in eine "Raum-Licht-Ton-Komposition" verwandeln.
Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW) öffnet ihre Synagoge. Geplant sind Führungen im Stundentakt und Vorträge. Jüdische Musik und Speisen werden angeboten. Der Landesverband der Islamischen Kulturzentren (LVIKZ) bietet Moscheeführungen an und lädt zu Tee und Gebäck ein.
Kultur und Unterhaltung
Das Fest zum Tag der Deutschen Einheit richtet Baden-Württemberg am 2. und 3. Oktober in der Stuttgarter Innenstadt aus. Die Feiern finden jährlich in einem anderen Bundesland statt. Maßgeblich ist die Bundesratspräsidentschaft, die aktuell der baden-württembergische Landeschef Winfried Kretschmann (Grüne) ausübt. Der Südweststaat ist nach 1997 das zweite Mal Gastgeber.
In der Innenstadt sind vielfältige Angebote einschließlich Kultur und Unterhaltung geplant. Verfassungsorgane und die Bundesländer präsentieren sich ebenso wie die einzelnen Regionen des gastgebenden Bundeslandes. Am Donnerstagmittag ist ein Festakt in der Liederhalle vorgesehen, den das ZDF überträgt. Dem Gottesdienst davor leiten die evangelischen Landesbischöfe Frank Otfried July und Ulrich Fischer, die katholischen Bischöfe Robert Zollitsch und Gebhard Fürst sowie der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos. (KNA)
Mehr Informationen gibt es auf der Seite www.tag-der-deutschen-einheit.de