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Diaspora-Erzbistum Hamburg begeht St. Ansgar Woche mit Anselm Grün

Kirchengesänge statt Seemannslieder

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Blick auf dem hamburger Hafen
Bonn - Hamburg wird in den kommenden Tagen von eher ungewöhnlichen Klängen erfüllt sein: Zum Sound am Hafen kommen noch russisch-orthodoxe und byzantinische Chöre, Vokalensembles und Posaunen. Das katholische Erzbistum lädt ab Samstag bis zum 9. Februar wieder zur St. Ansgar Woche. In diesem Jahr ist das Thema Spiritualität und Gesang. Mit diversen Konzerten, Mitsingabenden und musikalischen Gebetsveranstaltungen richtet sich die Ansgarwoche nicht nur an die nur rund zehn Prozent Katholiken der Hansestadt.

"Wir haben einen singenden Glauben", lädt Erzbischof Werner Thissen zu der 41. Ansgarwoche ein. Zwar bete, spreche und handele man auch aus dem Glauben heraus, aber "gerade unser Gesang und unsere Musik sind Ausdruck unserer Freundschaft mit Gott und miteinander", so Thissen. Eine Bandbreite von Gefühlen – von Freude bis Leid – regten zum Singen an. Und besonders dort, wo die Worte fehlten, könne Musik weiterhelfen, erläutert der Erzbischof.

Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen sitzt vor einem Bild.
Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen.

Singen und lernen

Äußerer Anlass für diesen Themenschwerpunkt ist das Erscheinen des neuen "Gotteslob". Das katholische Gesangbuch wird in diesen Monaten in allen deutschsprachigen Diözesen eingeführt. Zum Start der Woche beschäftigt sich ein Studientag mit dem neuen Lied- und Gebetsbuch als Chance für die tätige Teilnahme aller am Gottesdienst. Am Mittwoch betrachtet Dominikanerpater Thomas Möller das Gotteslob aus Sicht der liturgisch-musikalischen Ordenstradition. Mitsingen und dabei etwas lernen können Gläubige in allen Abendmessen an den Werktagen im Mariendom von Montag bis Freitag, wenn Liedkatechesen geboten werden.

Ein Highlight der Ansgarwoche, die auf den als "Apostel des Nordens" bekanntgewordenen Benediktinermönch Ansgar (801-865) zurückgeht, ist der Vespergottesdienst zum Abschluss, wenn Bischöfe anderer Diözesen oder andere theologische Schwergewichte predigen. In diesem Jahr ist der Benediktinermönch und erfolgreiche Buchautor Anselm Grünzu Gast im "Großen Michel", der evangelischen Hauptkirche der Hansestadt. Der Abschluss wird aus Platzgründen traditionell im Gotteshaus der Lutheraner begangen.

Gotteshaus vor blauem Himmel
Der Mariendom in Hamburg.

Blick über den konfessionellen Tellerrand

Ökumene wird aber auch sonst bei der Ansgarwoche großgeschrieben. Nicht nur, weil Hamburg mit knapp 30 Prozent der Bevölkerung weitaus mehr evangelisch-lutherisch als katholisch geprägt ist. Auch das Thema Musik eignet sich gut, um über den eigenen konfessionellen Tellerrand hinauszuschauen. Wie etwa konfessionelle Mentalitäten die Musik prägen, soll am Dienstag ein dialogischer Abend mit dem Titel "Mein Bach, dein Bach, unser Bach?" beleuchten, und im katholischen Dom wird es am Freitag ein Chorkonzert mit der h-Moll-Messe des großen evangelischen Komponisten geben.

Am Mittwochabend werden mit der Frage "Wieso eigentlich gegeneinander?" zwei große musikalische Persönlichkeiten der Zeit des 30-jährigen Kriegs vorgestellt: Paul Gerhardt (evangelisch) und Angelus Silesius (katholisch). Neben mehreren ökumenischen Vespergottesdiensten und der byzantinischen "Feier der göttlichen Liturgie" ist der konfessionsübergreifende Höhepunkt der Themenwoche die 50. Ökumenische St. Ansgar-Vesper. Am Gedenktag des heiligen Ansgar (3. Februar) feiert der Erfurter Altbischof Joachim Wanke gemeinsam mit Vertretern verschiedener Konfessionen in der evangelischen Kirche Sankt Petri, der ältesten Pfarrkirche Hamburgs.

Von Agathe Lukassek

Mehr Information

Info: Das vollständige Programm finden Sie unter www.ansgarwoche.de.

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