Kölner Präventionsbeauftragte: Kinderschutz Hauptanliegen im Erzbistum
Kinderschutz ist laut der Präventionsbeauftragten Katja Birkner ein Hauptanliegen des Erzbistums Köln. Im Interview mit dem Bonner "General-Anzeiger" (Dienstag) sagte Birkner, dass sie dafür alle Ressourcen der Erzdiözese zur Verfügung habe. "Es wird alles getan und investiert, damit sich Menschen in unseren Einrichtungen sicher fühlen", so Birkner, die seit November die Stabsstelle Prävention im Erzbischöflichen Generalvikariat leitet: "Ich bin eine kompromisslose Kinderschützerin."
Sie sei regelmäßig im Gespräch mit der Bistumsleitung über Fragen der Weiterentwicklung in der Prävention. "Und, wo Schutzkonzepte noch nachgebessert werden müssen, gibt es dazu auch einen erhöhten Druck von dieser Seite", betonte die 48-jährige Pädagogin. Mittlerweile gebe es über 400 Präventionsfachkräfte in den Kölner kirchlichen Einrichtungen. Im Bereich der Priesterausbildung steht Birkner nach eigenen Angaben im Kontakt mit dem Regens des Kölner Seminars, Pfarrer Regamy Thillainathan, um Prävention verstärkt in die Ausbildung einzubeziehen.
Mehr als 100.000 Menschen geschult
In den vergangenen Jahren seien im Erzbistum mehr als 100.000 Haupt- und Ehrenamtliche geschult worden. Dabei zeige sich eine "große Bereitschaft, Kinder zu schützen und das Kindeswohl zu gewährleisten". In der Prävention müsse man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen; das geschehe auch seit zehn Jahren. Es sei wichtig, "verlässlich strukturell gut aufgestellt" zu sein. Transparenz und Verhaltensrichtlinien stellten dabei einen Fortschritt dar. "Aber Prävention hört nie auf, sie ist immer in Bewegung. Die Standards sind gesetzt, dahinter gehen wir nicht mehr. Dafür stehe ich ein", beteuerte Birkner.
Die Stabsstelle Prävention wurde zum 1. November 2021 eingerichtet. Die Weiterentwicklung der Präventionsarbeit des Erzbistums Köln war Teil des Acht-Punkte-Plans, der als erste Konsequenz auf das Gercke-Gutachten zur sexualisierten Gewalt in der Erzdiözese aufgestellt wurde. Im Mai wurde außerdem eine Stabsstelle zur Aufarbeitung von Missbrauch eingerichtet. Zu Birkners Aufgaben gehört, die verbindlichen Qualitätsstandards für die Präventionsarbeit auf Landesebene weiterzuentwickeln sowie die kirchlichen Rechtsträger und Dienste im Erzbistum Köln bei der dauerhaften Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu beraten und fachlich zu unterstützen. (fxn)