Kohlgraf besorgt wegen Priester-Nachwuchsmangel
Rund drei Monate nach seiner Weihe zum Mainzer Bischof sieht Peter Kohlgraf seine Diözese vor großen Herausforderungen. "Besorgniserregend" seien die Zahlen der jüngeren und angehenden Priester, schreibt er in seinem vorab veröffentlichten ersten "Wort des Bischofs" in der Kirchenzeitung "Glaube und Leben" (Sonntag). Diesen Geistlichen müsse man gute Perspektiven geben, "die ihr Arbeiten fruchtbar machen können und ihre Zufriedenheit stärken". Und er ergänzt: "Wir müssen genau hinschauen, wie wir unsere Pfarrer und die Hauptamtlichen in der Seelsorge und Caritas unterstützen und motivieren können."
In Gesprächen mit mehreren pastoralen Räten habe er festgestellt, "dass es zeitnah konkrete Themen zu klären gibt, die wir nicht auf die lange Bank schieben dürfen", so der Bischof. So gelte es etwa, pastorale Schwerpunkte zu formulieren. Darüber hinaus müssten die Grundlagen für transparente Bistumsfinanzen geschaffen werden: "Was können und wollen wir in Zukunft fördern, was nicht mehr?" Vor allem wegen der hohen Kosten für die Altersversorgung von Mitarbeitern hatte die Diözese 2016 unterm Strich ein Minus von fast 19 Millionen Euro verbucht.
Erst am Dienstag hatte Kohlgraf bekanntgegeben, künftig selbst das Dezernat "Pastorale Räte" leiten zu wollen. "Wenn ich nun die direkte Verantwortung für die Pastoralen Räte übernehme, möchte ich damit auch ein klares Zeichen für die Bedeutung dieser Aufgabe setzen", so der Bischof. Er übernimmt die Aufgabe ab Januar 2018 vom bisherigen Bischofsvikar Dietmar Giebelmann, der vor drei Wochen seinen Rücktritt von allen Ämtern ankündigt hatte. Zudem werden weitere Umstrukturierungen in den Dezernaten und Stabsstellen der Diözese vorgenommen. (bod/KNA)