Kolping Paderborn fordert Einsatz für Laienbeteiligung bei Bischofswahl
Das Kolpingwerk Paderborn fordert vom künftigen Erzbischof und der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), gemeinsam mit den Bundesländern geeignete Lösungen für die Beteiligung von Laien an Bischofswahlen zu finden. Das Erzbistum und die DBK müssten sich an die Umsetzung der Beschlüsse der Synodalversammlung machen, teilte der Verband am Freitag mit. "Die Beteiligung von Laien auf Augenhöhe muss Priorität behalten und Ziel von Reformprozessen in der Kirche bleiben", sagte Kolping-Diözesansekretär Daniel Fissenewert.
In der vergangenen Woche teilte das Erzbistum Paderborn mit, dass der Vatikan ein Veto gegen die Beteiligung von 14 Laien an den Beratungen über die Wahl des neuen Erzbischofs durch das Domkapitel eingelegt hat. Der Heilige Stuhl hatte laut Dompropst Joachim Göbel in seiner Antwort deutlich gemacht, dass eine Ausweitung des sogenannten "päpstlichen Geheimnisses" und damit eine Teilnahme von Laien an der Wahl des neuen Erzbischofs nicht vereinbar sei mit den Bestimmungen des für das Erzbistum maßgeblichen Preußenkonkordats und damit die Rechtmäßigkeit der Bischofswahl gefährden würde. "Um die Rechtmäßigkeit der Wahl zu wahren, haben wir daher keine Möglichkeit, Sie weiterhin am Verfahren der Bischofswahl zu beteiligen", so Göbel.
Bisher keine Anstrengungen bei den Bundesländern
Auf Anfrage von katholisch.de teilte eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei mit, dass bislang weder das Erzbistum noch die DBK noch der Heilige Stuhl auf die Landesregierung mit einem Anliegen zur Anpassung des Konkordats zugekommen sei. Die Landesregierung wolle solchen Abstimmungen nicht vorgreifen und äußere sich daher nicht weiter dazu, ob sie zu einem Entgegenkommen bereit wäre, um eine Laienbeteiligung bei der Bischofswahl zu ermöglichen. Das Erzbistum Paderborn liegt zum größten Teil in Nordrhein-Westfalen, erstreckt sich aber auch auf Teile von Hessen und Niedersachsen. Das hessische Kultusministerium hat die gleiche Position wie die NRW-Landesregierung, die Staatskanzlei Niedersachsen beantwortete eine Anfrage von katholisch.de nicht.
Der Synodale Weg hat sich in einem Beschluss für eine Einbeziehung der Gläubigen in die Bestellung von Diözesanbischöfen ausgesprochen. Das dort vorgeschlagene Verfahren sieht die Beteiligung von Laien an der Aufstellung der Vorschlagslisten sowie bei den Beratungen des Domkapitels vor der Wahl vor. Dazu soll eine Musterordnung für die freiwillige Selbstbindung der jeweiligen Domkapitel bei der Bestellung von Bischöfen erarbeitet und erlassen werden. Derzeit sind die Bischofsstühle von Paderborn, Osnabrück und Bamberg vakant. In Osnabrück werden Laien wie in Paderborn nur im Vorfeld der Wahl bei der Aufstellung der Kandidatenliste beteiligt, die das Domkapitel an den Heiligen Stuhl gibt, in Bamberg sieht das Bayerische Konkordat keine Beteiligung des Domkapitels bei der Wahl vor, der Papst ernennt den neuen Erzbischof also frei. (fxn)