Künftiger Mainzer Bischof: Pfarrei ist nicht tot
Mit Blick auf die Frage nach der zukünftigen Gestalt von Kirche vor Ort angesichts des Priestermangels hat der ernannte Mainzer Bischof Peter Kohlgraf davor gewarnt, das Alte gering zu schätzen. Die klassische Pfarrei sei nicht tot, betonte Kohlgraf am Freitag vor Journalisten in Mainz. Er riet zu einem "langsamen" Nachdenken darüber, wie es auch mit weniger Hauptamtlichen weitergehen könne.
Weihe Ende August
Kohlgraf, seit knapp fünf Jahren Professor für Pastoraltheologie an der Katholischen Hochschule (KH) Mainz, äußerte sich bei einem Presserundgang an seiner bisherigen Wirkungsstätte. Papst Franziskus hatte den 50-Jährigen am 18. April zum Bischof von Mainz ernannt. Am letzten Sonntag im August soll er im Dom zu Mainz zum Bischof geweiht und in sein Bischofsamt eingeführt werden. Kohlgraf folgt auf Kardinal Karl Lehmann, der am 16. Mai vergangenen Jahres und damit an seinem 80. Geburtstag als Bischof von Mainz zurücktrat.
Kohlgraf hofft außerdem, im Bischofsamt ein halbwegs normales Leben führen zu können. Jedenfalls wolle er seine Busfahrkarte behalten, und er werde sich nicht scheuen, seine Lebensmittel in einem Geschäft zu holen, kündigte er an.
Der Amtsnimbus könne zwar eine gewisse Distanz schaffen. Zugleich sei aber heutzutage eine andere Bischofsgeneration unterwegs. Als Beispiel nannte er den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki, der mit dem Fahrrad in der Stadt umherfahre. (gho/KNA)
Welche Ideen bringt Peter Kohlgraf als zukünftiger Bischof mit in sein Bistum Mainz? Ein Blick in die Publikationen des Wissenschaftlers gibt Aufschluss über die Ansichten des ernannten Oberhirten.