"Lachen und Humor gehören zu einem christlichen Leben"
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat auf die Bedeutung des Humors hingewiesen. "Lachen und Humor gehören zu einem christlichen Leben – dazu brauchen wir nicht in den Keller zu gehen", sagte Burger am Samstag bei der Herbsttagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte im baden-württembergischen Haigerloch. Es tue jedem Menschen gut, nicht nur über andere, sondern vor allem über sich selbst lachen zu können.
Der Erzbischof bezeichnete die Christen in seinem Vortrag vor rund 600 Narren aus 68 Zünften als "wahre Narren in dieser Welt", weil sie sich von dem Gebaren der Welt nicht zum Narren halten ließen. So schauten Christen hinter das närrische Treiben der Welt und feierten mit einer Perspektive, die über die Welt hinausweise.
"Die Frohe Botschaft darf nicht der Lächerlichkeit preisgegeben werden"
Mit Blick auf das zuweilen schwierige Verhältnis zwischen Fastnacht und Kirche sagte Burger: "Dass die menschliche Seite in der Kirche, das Fehlverhalten von Amtsträgern oder sonstige Fehleistungen innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft und ihrer Gemeinden an Fasnacht aufs Korn genommen werden, das steht für mich außer Frage." Er habe damit nur dann ein Problem, wenn der Glaube und die liturgische Feier verächtlich gemacht und in den Schmutz gezogen würden.
Für Burger ist das kritische Potential dann erreicht, wenn "als Narretei eine reine Beleidigungstirade über andere ausgeschüttet wird" und wenn man "in seiner Ausgelassenheit die eigenen Grenzen, geschweige denn die Achtung und Würde des anderen nicht mehr kennt". Für die Integration fasnachtlicher Elemente in die Liturgie bedeute das, dass in der Feier der heiligen Messe erkennbar bleiben müsse, was dort gefeiert werde, nämlich der Tod und die Auferstehung des Herrn. "Es kann, es darf nicht sein, dass die Frohe Botschaft, das Evangelium Jesu Christi durch die Amtsträger selbst der Lächerlichkeit preisgegeben werden." (stz)