Suche
Papst spricht bayerische Mysterikerin Anna Schäffer heilig

Leuchtendes Vorbild

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Aquarell der heiligen Anna Schäffer.
Vatikanstadt - Papst Benedikt XVI. hat die bayerische Mystikerin Anna Schäffer (1882-1925) heiliggesprochen. Vor mehreren Zehntausend Pilgern erhob er Schäffer am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom in den Kreis der verehrungswürdigen Vorbilder für Katholiken in aller Welt.

Zu der Heiligsprechung waren zahlreiche Pilger aus Bayern angereist, mehr als 2.000 allein aus dem Bistum Regensburg. Zusammen mit Schäffer wurde auch erstmals eine nordamerikanische Indianerin heiliggesprochen, Kateri Tekakwitha (1656-1680).

Schäffer sei den Gläubigen in ihrer Heimat ein "leuchtendes Vorbild", sagte der Papst in seiner Predigt. Dies gelte besonders für die christliche Hospizbewegung. Deren "segensreiches Wirken" könne durch die Fürbitte der neuen Heiligen bei Gott gestärkt werden. Die neue Heilige, die aufgrund einer schweren Verletzung nicht in einen Missionsorden eintreten konnte, habe das "Krankenlager zur Klosterzelle" und das Leiden zum Missionsdienst gemacht, so Benedikt XVI.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte bei einem Empfang in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl das Lebens- und Glaubenszeugnis der Anna Schäffer. "In einer Welt, die dazu neigt, Elend zu verdrängen, lädt uns die Heilige dazu ein, gemeinsam auf den Gekreuzigten zu schauen und die Wirklichkeit so anzunehmen, wie sie ist und uns ihr zu stellen", sagte Zollitsch.

Trost und Glaubensstärke

Die aus Mindelstetten im Landkreis Eichstätt stammende Schäffer wollte ursprünglich Missionsschwester werden. Dies scheiterte jedoch an schweren Verbrennungen, die sie sich als Dienstmagd zugezogen hatte und die zeitlebens nicht mehr heilten. Die Kraft, ihr Schicksal zu meistern, fand Schäffer im Glauben. Mit ihren Worten und ihren Briefen spendete sich vom Krankenbett aus vielen Menschen Trost.

An der Heiligsprechung nahmen auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg, der frühere Regensburger Bischof und jetzige Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, sowie weitere deutsche Bischöfe teil. Der Freistaat Bayern wurde vertreten durch Europaministerin Emilia Müller und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (beide CSU).

Weitere neue Heilige sind die aus Hessen stammende deutsch-amerikanische Franziskanerin und Lebra-Missionarin Marianne Cope (1838-1918), der französische Jesuit Jakob Berthieu (1838-1896), der auf Madagaskar während eines Aufstandes ermordet wurde, sowie Pedro Calungsod (1654-72), ein Katechet, der auf den Philippinen ebenfalls den Märtyrertod erlitt. Zur Ehre der Altäre erhob der Papst auch den italienischen Priester und Ordensgründer Giovanni Battista Piamarta (1841-1913) sowie die spanische Ordensfrau Maria del Monte Carmelo (1848-1911).

Mehr zum Thema

Wenn Sie mehr über Anna Schäffer erfahren wollen, lesen Sie doch unser Porträt der Heiligen oder das Interview mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller.

Mehr zum Thema
kna-katholisch-swarm-node1 (0.014s)