Mal eben schnell die Welt retten
Am Donnerstag um Punkt 17.07 Uhr fällt der Startschuss für 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). "Erstmalig findet diese bundesweit statt", sagte Dirk Tänzler, Bundesvorsitzender des BDKJ bei der Auftaktpressekonferenz am Montag in Frankfurt. Rund 4.000 Projekte sollen im Aktionszeitraum realisiert werden.
Rund die Hälfte der Gruppen weiß schon jetzt, welche Herausforderung sie erwartet. Die anderen 2.000 Gruppen erfahren erst am Donnerstag, was sie schaffen müssen – sei es ein abgebranntes Haus einer Familie wieder aufzubauen, Schulräume zu renovieren, eine Suppenküche für Obdachlose zu betreiben, oder sich um Wachkoma-Patienten zu kümmern. "Die Gruppen helfen dort, wo es nötig ist und wo es sonst niemand tut – wo Geld oder Interesse fehlen", so Tänzler und weiter: "Wir handeln dabei aus unserem christlichen Glauben heraus."
Hilfe für Hochwasser-Opfer
So auch dort, wo akute Not herrscht. Aus aktuellem Anlass hat der BDKJ in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, dass sich Aktionsgruppen auch in den Hochwassergebieten im Osten und Süden Deutschlands engagieren. "Neben den vielen Projekten, die es schon gibt, können sich Gruppen jetzt speziell für die Hochwasserhilfe anmelden", erläuterte Tänzler. Viele Aktionsgruppen haben sofort reagiert – das Ganze mit finanzieller Unterstützung durch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, das Hilfswerk für Menschen in Regionen, in denen Katholiken eine Minderheit bilden.
Als Schirmherren haben sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gefunden. Nach Aussagen von Tänzler würde die Aktion ebenso von vielen Bundestagsabgeordneten, Ministerpräsidenten und allen deutschen Bischöfen unterstützt.
Erstmals richtet sich die Aktion mit dem Projekt "72-Stunden-PLUS" auch an Jugendliche, die keine Arbeit, Ausbildung oder keinen Schulabschluss haben oder anderweitig sozial benachteiligt sind. Zugleich hat der Sozial-Marathon laut Tänzler auch international Wellen geschlagen. Auch in Sambia, Tansania, Nicaragua, Kolumbien, Bolivien, Peru und Belgien gingen vor Ort seiende Deutsche und einheimische Engagierte an den Start.
"Zeichen in die Gesellschaft"
"Die 72-Stunden-Aktion ist ein Ausdruck des Glaubens und der Bereitschaft für das Miteinander in der Gesellschaft", sagte der Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz und Oberhirte des Bistums Speyer, Karl-Heinz Wiesemann. Sie sei ein "Zeichen in die Gesellschaft hinein" und tue "uns als Kirche auch gut."
Zugleich hob Wiesmann die soziale Kraft und Gestaltungsmöglichkeit der Kirche hervor, die sich in der 72-Stunden-Aktion zeige. "Welche Gruppierung außer der katholischen Kirche kann in Deutschland schon 175.000 junge Menschen bewegen!", so Wiesemann.
Von Christoph Meurer
Katholisch.de ist der offizielle Medienpartner der 72-Stunden-Aktion. Hilferufe aus den Aktionsgruppen, Grüße, Interviews und Live-Schaltungen in Projekte: Die Redaktion wird mit einer 72-stündigen Online-Sendung "Uns schickt der Himmel - Die Sozialaktion des BDKJ in Deutschland" umfassend begleiten.