Medien: Hausbesitzer will Kirche verklagen
Der Hausbesitzer sprach laut dem Bericht von Sachbeschädigung. Dem folge die Polizei jedoch nicht, weil dazu ein "nicht unerheblicher" Eingriff in die Substanz vorliegen müsse. Bislang habe der Hausbesitzer auch vergeblich einen Anwalt gesucht, der ihn vor Gericht vertritt. Die von ihm kontaktierten Kanzleien hätten abgewunken und ihm gesagt, dass sie nichts "gegen die Kirche machen wollen".
Der Zuständige Dechant Franz Josef Freericks gab im Gespräch mit katholisch.de an, keinen persönlichen Kontakt zum Hausbesitzer gehabt zu haben. Einer möglichen Klage würde er gelassen entgegen sehen. "Für mich ist die Sache damit erledigt", so Freericks. Einzig die Sternsinger würden ihm leidtun. "Sie sind tagelang für eine gute Sache unterwegs und dann müssen sie sich so etwas anhören." Bei den Immobilien habe es sich außerdem um Mietshäuser gehandelt. Die Kinder hätten bei Bewohnern geklingelt, die ihnen die Türe aufgemacht hätten. Die Segenssprüche seien nicht ungefragt angebracht worden.
Ein ähnlicher Fall aus Münster bekannt
Ein ähnlich gelagerter Fall sei bislang nur aus Münster bekannt, sagte der Sprecher des für die Sternsingeraktion verantwortlichen Kindermissionswerks, Thomas Römer, zu katholisch.de. Natürlich gebe es schon einmal Konflikte, wenn jemand die Sammelaktion nicht kenne oder mit dem Engagement nicht einverstanden sei. "Allerdings habe ich noch nie davon gehört, dass jemand deshalb tatsächlich die Kirche verklagen möchte", so Römer.
Zum Jahresbeginn ziehen die Sternsinger traditionell von Haus zu Haus, um für Kinder in Not zu sammeln. Die Aktion wird vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) veranstaltet. Anfang 2015 wurden 45,5 Millionen Euro gesammelt, die rund 1.600 Sozialprojekten in 99 Ländern zugutekommen. (bod/KNA)
28.01.2016, 19.04 Uhr: ergänzt um die Information, dass es sich bei den Immobilien um Mietshäuser gehandelt hat