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Thomas Winkel über das Image der Kirche

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Schachfigur
Bonn - Thomas Winkel über das Image der Kirche

Das Image der Kirche ist alles andere als rosig. Und das liegt keineswegs nur am neuen Vatikan-Skandalbuch, das der Journalist Gianluigi Nuzzi nun auch in Deutschland vorgestellt hat. Aber: Haarsträubende Vorgänge wie Finanzaffären und Missbrauch kommen nicht mehr systematisch unter den Teppich, vor allem dank mutiger Initialzündungen von Papst Franziskus. Auch viele kirchliche Diskussionen verlaufen heute offener und ehrlicher als in der vermeintlich guten alten Zeit.

Ein paar Beispiele: Die Bischöfe von Regensburg, Eichstätt und Passau äußern starke Bedenken gegen die von ihren Mitbrüdern beschlossene Reform des kirchlichen Arbeitsrechts und machen da zunächst nicht mit. Später ringen sie sich zu einer Korrektur durch und stimmen der Liberalisierung zu – mit Bauchschmerzen zwar, aber immerhin.

Rund um die Familiensynode wird recht offen (und meist fair) über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen gestritten. Für jeden ist klar, wer wo steht. Die Glaubwürdigkeit leidet darunter nicht, im Gegenteil.

Das gilt auch für den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, der Transitzonen für Flüchtlinge in die Nähe von Konzentrationslagern der Nazis gerückt hatte – und wenig später für "diesen unangemessenen Vergleich" öffentlich um Entschuldigung bat. Irren ist menschlich, wussten schon die alten Römer. Ein anderes Sprichwort schärft allerdings auch ein: "Wer einen Fehler nicht korrigiert, macht einen zweiten."

Zum offeneren Umgangsstil gehört zudem, schon mal mit Traditionen zu brechen und sich zu seiner persönlichen Handschrift zu bekennen. Kardinal Rainer Maria Woelki etwa betonte zu Beginn seines Pontifikats am Rhein, dass schon immer jeder Kölner Erzbischof das Erbe des Glaubens auf seine eigene Art weitergegeben habe – und mittlerweile setzt er so manchen Akzent anders als sein Vorgänger.

Natürlich gibt es im kirchlichen Umfeld noch viel Luft nach oben, erst recht angesichts des hohen moralischen Anspruchs. Da fällt mir ein: Wie ehrlich und transparent ist eigentlich der sommermärchenhafte DFB? Schau´n mer mal...

Zur Person

Thomas Winkel ist Chef vom Dienst der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bonn.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

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