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Das ist der Dresscode für Bischöfe

Mit Brustkreuz und violetten Socken

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Bischöfe und Kardinäle bei der Eröffnung der Bischofssynode 2012 in Rom.
Bonn - Bischöfe spielen in der katholischen Kirche eine besondere Rolle, die sich auch durch ihre Kleidung ausdrückt. Katholisch.de erklärt, wann die Bischöfe Brustkreuz & Co tragen – oder ablegen.
  • Robert Zollitsch im Bischofsgewand hält seinen Bischofsstab und winkt mit der anderen Hand.
    Der emeritierte Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch, mit bischöflichen Insignien: Den Ring an der rechten Hand, die Mitra und den Bischofsstab.
  • Papst Franziskus auf dem Weg zu einer großen Messe, in einem von den ägyptischen Luftstreitkräften errichteten Stadion im Osten Kairos, am 29. April 2017 zum Abschluss seines Ägyptenbesuchs.
    Papst Franziskus trägt bei einer Messfeier das Pallium. Diese besondere Art der Stola aus Wolle tragen nur Erzbischöfe.
  • Papst Franziskus feiert die Messe auf dem Platz der Revolution in Havanna.
    Papst Franziskus trägt bei einer Messfeier auf Kuba das Pallium. Diese besondere Art der Stola aus Wolle tragen nur Erzbischöfe.
  • Priester werden im Petersdom zu Bischöfen geweiht.
    Drei Priester erwarten ihre Bischofsweihe: Zwischen dem Priestergewand und dem darunter liegenden weißen Chorrock kann man die halblange Dalmatik, das Diakonengewand mit kurzen Ärmeln, erkennen.

    Die detailliertesten Kleidungsvorschriften für die Bischöfe gelten für liturgische Feiern. Im "Caeremoniale episcoporum", dem bischöflichen Zeremonienbuch, sind die Bestimmungen für praktische alle Gottesdienste und Gebete festgehalten, inklusive dem jeweiligen Dresscode. Demnach trägt der Bischof bei der Feier der Messe grundsätzlich die gleichen Gewandteile wie ein Priester: das Amikt (Schultertuch), die Albe mit Zingulum (Kordel), die Stola und die Kasel, das eigentliche Messgewand. Zu besonders feierlichen Anlässen wie Weihen soll er zudem "nach dem aus der Antike überlieferten Brauch" unter dem Priestergewand die Dalmatik tragen, das liturgische Gewand des Diakons.

    Hinzu kommen die bischöflichen Insignien. Die vielleicht wichtigste ist der Bischofsring, den die Oberhirten auch außerhalb der Liturgie immer tragen und der sie damit als Bischöfe erkennbar macht. Die weiteren sogenannten Pontifikalinsignien sind der Krummstab, der Pileolus (das Scheitelkäppchen) und die Mitra, bei Erzbischöfen das vom Papst verliehene Pallium (eine Wollstola) sowie das Brustkreuz. Das "Caeremoniale" sieht vor, dass dieses in der Messe stets unter den Gewändern getragen wird. Seit etwa 20 Jahren erlaubt die Gottesdienst-Kongregation jedoch, das Brustkreuz auch in der römischen Liturgie sichtbar über dem Messgewand zu tragen, um den Bischof besser von mitfeiernden Priestern unterscheiden zu können. Zudem gestattet der Vatikan, das Pektorale auch in der Messe an einer Kette aus Edelmetall zu tragen, statt an einer golddurchwirkten Kordel, wie es das Zeremonienbuch eigentlich vorsieht.

    Linktipp: Von Albe bis Zingulum

    In den Sakristeien der Kirchen befinden sich allerlei liturgische Kleidungsstücke. Doch wann werden die eigentlich getragen? Und: von wem? Katholisch.de beantwortet die "katholische Kleiderfrage".

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    • Münsters Bischof Felix Genn (Mitte) im "abito corale", wie er im Zeremonienbuch steht: Mit Brustkreuz an der Stoffkordel und Birett. Weihbischof Stefan Zekorn (rechts) trägt sein Pektorale an einer Kette.
    • Werden Bischöfe in einer liturgischen Feier aktiv - wie hier Magdeburgs Bischof Gerhard Feige bei einem ökumenischen Gottesdienst mit Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel - tragen sie zum Chorgewand eine Stola.

      Steht der Bischof einer Messfeier nicht als Zelebrant oder Konzelebrant vor oder handelt es sich um eine andere liturgische Feier, etwa einen ökumenischen Wortgottesdienst, trägt er das sogenannte Chorgewand, den "abito corale". Dieses besteht aus einer violetten Soutane mitsamt einem Zingulum, einer Art Schärpe aus Seide, das an beiden Enden Fransen hat. Darüber wird ein weißes Rochett aus Leinen getragen, über dem wiederum die violette Mozzetta, der geschlossene Schulterkragen ohne Kapuze, liegt. Dazu trägt der Bischof seinen Ring – den er ohnehin nie ablegt – und das Brustkreuz an einer Stoffkordel, sowie auf dem Kopf den Pileolus und darüber das Birett mit Quaste. Zur violetten Soutane gehören zudem – auch das regelt das Zeremonienbuch – farblich entsprechende Socken. Theoretisch darf der Bischof in seinem eigenen Bistum an hohen Feiertagen auch die violette Cappa Magna, eine lange Schleppe aus Seide, tragen, wobei das heute praktisch nicht mehr vorkommt.

      • Die Synodenväter, Bischöfe und Kardinäle, nach der ersten Sitzung der Weltbischofssynode zu Ehe und Familie am 5. Oktober 2015 im Vatikan.
        Zu offiziellen Anlässen, etwa bei Terminen im Vatikan, tragen Bischöfe meist den "abito piano", die Soutane. Dazu wird das Brustkreuz an einer Kette getragen.
      • Erzbischof Kaigama und Erzbischof Schick
        Besonders in heißen Gegenden der Südhalbkugel wird die Soutane aus weißem statt aus schwarzen Stoff gefertigt. Bambergs Erzbischof Ludwig Schick (rechts) trägt in dieser Aufnahme aus Nigeria die "vereinfachte" Variante ohne Schultertuch (Pellegrina) und Schärpe (Zingulum).

        Obwohl sie im römischen Sprachgebrauch als "einfaches Gewand", "abito piano", bezeichnet wird, tragen die meisten Kleriker die schwarze Soutane heute nicht mehr durchgängig im Alltag. Für Bischöfe ist sie zumeist dann angesagt, wenn wichtige Termine und Begegnungen anstehen. Bei Begegnungen mit Vertretern des Staates gibt oft die Protokollabteilung vor, ob der Bischof die formelle Soutane oder den weniger aufwendigen Anzug (siehe unten) tragen sollte.

        Das Gewand aus schwarzem Stoff ist bodenlang geschnitten, hat lange Ärmel und wird mit 33 Knöpfen verschlossen– in Erinnerung an die 33 Lebensjahre Jesu. Knöpfe, Knopflöcher und die verstärkten Ziernähte sind bei der bischöflichen Soutane in rubinrot gehalten. Wie beim Chorgewand werden dazu das violette Zingulum, der Pileolus und das Brustkreuz getragen, welches jedoch zum "abito piano" an einer Kette statt an einer Kordel getragen wird. Ebenfalls unterschiedlich ist der Schulterkragen, die sogenannte Pellegrina. Im Gegensatz zur Mozetta in der Liturgie ist sie an der Vorderseite offen. In besonders heißen Ländern vor allem auf der Südhalbkugel tragen Bischöfe statt einer schwarzen eine weiße Soutane ohne Pellegrina, wobei sich ansonsten an deren Bestandteilen nichts ändert.

        Linktipp: Priesterkleidung: Black is beautiful

        Die Farbe Schwarz ist allgemein negativ konnotiert und wird mit Tod und Trauer in Verbindung gebracht. Weshalb tragen sie dann ausgerechnet Priester als Verkünder der frohen Botschaft im Alltag?

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        • Treffen des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 19. Juni 2017 im Schloss Bellevue in Berlin.
          Im Büroalltag und bei vielen dienstlichen Terminen tragen die Bischöf in der Regel einen einfachen, schwarzen Anzug. Bei offiziellen Terminen, wie hier beim Besuch der deutschen Bischöfe beim Bundespräsidenten, gibt die Protokollabteilung den Dresscode vor.
        • Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode am 14. September 2015 in seinem Amtssitz, dem Bischofshaus in Osnabrück.
          Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode zeigt eine von zwei Varianten des Priesterhemdes: den sogenannten Oratorianerkragen. Die andere Variante ...
        • Weihbischof Schwaderlapp von der Seite, er redet und gestikuliert.
          ... zeigt der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp: den römischen Kragen.
        • Egal ob wie Kardinal Reinhard Marx (links) mit römischen oder Erzbischof Ludwig Schick mit Oratorianerkragen: Zum Anzug tragen die Bischöfe in der Regel kein Brustkreuz.

          Ist ein Bischof nicht zu liturgischen Feiern oder hochrangigen Terminen unterwegs, kleidet er sich in der Regel wie die meisten Priester. Auch für diesen (Büro-) Alltag gibt es Kleidungsvorschriften, die allerdings weit weniger detailliert sind. Das Kirchenrecht überträgt das Recht, genaue Regeln aufzustellen, an die Bischofskonferenzen (c. 284 CIC). Allgemein hat sich jedoch die vatikanische Kongregation für den Klerus zur Kleidungsfrage geäußert, zuletzt im "Direktorium für Dienst und Leben der Priester" von 2013. Eine besondere, unterscheidbare Priesterkleidung sei demnach "in einer säkularisierten und tendentiell [sic!] materialistischen Gesellschaft, wo auch äußere Zeichen sakraler und übernatürlicher Wirklichkeiten im Schwinden begriffen sind", besonders wichtig. "Die geistliche Kleidung ist äußeres Zeichen einer inneren Wirklichkeit: 'Denn der Priester gehört nicht mehr sich selbst, sondern ist durch das empfangene sakramentale Siegel Eigentum Gottes'", zitiert das Schreiben den Katechismus.

          Als "besonders angemessene" Kleidung für Priester – und damit auch Bischöfe – sieht das Direktorium daher den Talar vor. Er unterscheide die Träger deutlich von den Laien und mache damit "den heiligen Charakter ihres Dienstes besser verständlich". Weiter heißt es: "Den Priestertalar zu tragen ist außerdem ein Schutz der Armut und der Keuschheit."

          Die Deutsche Bischofskonferenz hat im Jahr 1995 eine partikulare Rechtsnorm zur Klerikerkleidung in Deutschland erlassen. Demnach müssen die Geistlichen "in der Öffentlichkeit durch ihre Kleidung eindeutig als solche erkennbar sein". Als entsprechende Varianten sehen die Bischöfe dabei ein Hemd mit römischem Kollarkragen oder mit Oratorianerkragen vor. Bei Letzterem handelt es sich um einen gespaltenen, weißen Kragen über einer schwarzen knopflosen Weste. Weiter erklärt die Bischofskonferenz, dass die Kleriker "in begründeten Ausnahmefällen dunklen Anzug mit Kreuz" tragen dürfen. Oft zu beobachten ist dies etwa bei Priestern, die als Dozenten an staatlichen Hochschulen lehren und zum normalen Anzug mit Krawatte ein Ansteckkreuz am Revers tragen. Da Bischöfe bereits durch ihren Ring als solche erkennbar sind, tragen sie in Deutschland zum Anzug in der Regel kein Brustkreuz. Im Ausland ist diese Trageweise jedoch teilweise üblich, sodass sie auch in Deutschland immer öfter zu beobachten ist. Wenn sich die Bischöfe im Ausland aufhalten, folgen sie zudem meist den örtlichen Gepflogenheiten und Anforderungen.

          • In manchen Situationen bricht sogar ein Papst mit den Kleidungsvorschriften für Kleriker. Wie hier Johannes Paul II. im Juli 1984 beim Ski-Urlaub in den Alpen. Ebenfalls keine Rücksicht auf den Dresscode ...
          • ... kann Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke nehmen. Für ihn als leidenschaftlichen Bergsteiger geht die Sicherheit vor. In diesem Fall gilt: Klettergurt sticht Kollarkragen.
          • Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer macht das Sportabzeichen im Sepp-Simon-Stadion am 17. September 2015 in Schwandorf. Unter anderem musste dafür schwimmen.

            Eigentlich gilt die Forderung des Kirchenrechts nach einer unterscheidbaren Klerikerkleidung immer und überall. Aber selbst hier gibt es Ausnahmen, auch für Bischöfe und sogar den Papst. Denn in ihrer Freizeit dürfen auch die Nachfolger der Apostel mal Soutane und Pileolus im Schrank lassen und dafür Skihose und Klettergurt anlegen.

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