"Musik hat eine weltverändernde Wirkung"
Das große Chortreffen war Teil des Kunstprojektes "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst" der Deutschen Bischofskonferenz zum Konzilsjubiläum. Der Gottesdienst war geprägt von den rund 2.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die unter anderem die "Missa Pueri Cantores Treverensis" von Christian Matthias Heiß als Teil der Liturgie sangen.
Mit Blick auf das Motto betonte Ackermann, dass in der gemeinsamen Eucharistiefeier besonders deutlich werde, dass Gott diese Welt nicht nur geliebt habe als er sie schuf. "Er liebt sie auch heute, er steht zu seiner Welt und gibt sie in unsere Hände – und er gibt uns seinen Sohn in Fleisch und Blut: Das ist der Ausdruck höchster Liebe." Er habe es sehr bewundert, dass die Chöre keinen "Sängerwettstreit" beim Festival ausgetragen, sondern aufeinander gehört, sich gegenseitig applaudiert und so "wunderbare Gemeinschaft" erfahren hätten. Schließlich habe der Gründer des Verbandes, Abbé Fernand Maillet, den Wunsch gehabt, dass die Pueri "musikalische Botschafter des Friedens in dieser Welt" sein sollten.
Diese Botschafter brauche es dringender denn je, so der Bischof. Papst Franziskus habe recht, wenn er von einem dritten Weltkrieg spreche, der "stückchenweise an verschiedenen Orten" ausgetragen werde. "Aber kann man den Frieden herbeisingen?", fragte Ackermann, um gleich darauf die Antwort zu geben: "Der Gesang ist eine wirksame Methode, am Frieden zu arbeiten."
Die Kinder und Jugendlichen hätten in diesen Tagen die Erfahrung gemacht: "Wir sind nicht allein, sondern in einer Gemeinschaft, die uns stärkt und trägt." Doch man müsse auch ehrlich sagen, dass diese Erfahrung eher zu den "seltenen Highlights" im Leben gehöre. Oft blieben Menschen mit ihrem Lied, das von Sinn, Frieden, Liebe und dem Wunsch nach Gemeinschaft singe, allein. "Doch als Christen dürfen wir sagen: Wir singen nie einfach ins Dunkel. Da ist immer einer, der mein Lied hört: Gott. Er stimmt immer auch mit ein."
Monsignore Robert Tyrala aus Krakau, Präsident von Pueri Cantores International, überbrachte während des Gottesdienstes Grüße des emeritierten Papstes Benedikt XVI., den er bei der Verleihung zweier Ehrendoktorwürden in Castel Gandolfo habe. "Er hat mir gesagt, dass er unsere Arbeit segnet." (som)