Nach Brand in Kirche in Wissen: Tatverdächtiger steht vor Gericht
Mehr als fünf Monate nach dem Brand einer Kirche in Wissen in Rheinland-Pfalz muss sich seit Dienstag ein 39-Jähriger vor dem Landgericht Koblenz wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wirft dem Angeklagten vor, am 10. Februar nachts in die Kirche Kreuzerhöhung eingebrochen zu sein und dort Feuer gelegt zu haben. Er soll "sämtliche brennbaren Gegenstände in den Altarraum" gebracht und angezündet haben. Unter anderem soll ein Altar aus dem 18. Jahrhundert zerstört worden sein. Der Schaden wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.
Angesetzt sind vier weitere Verhandlungstermine bis zum 9. August, wie das Landgericht mitteilte.
Frage nach Schuldfähigkeit
Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt mutmaßlich betrunken. Er soll sich nach der Tat in ein Krankenhaus begeben haben; dort soll bei ihm ein Alkoholwert von rund 1,6 Promille festgestellt worden sein. Laut Staatsanwaltschaft muss der Prozess auch klären, ob der Angeklagte zur Tatzeit in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt war.
Die Kirche liegt im Bereich des Erzbistums Köln. In der Kirche finden laut der Gemeinde seit dem Brand keine Gottesdienste mehr statt. Für Renovierungsarbeiten ist das Gebäude demnach eingerüstet. (KNA)