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Vertrauensverhältnis zwischen Schulträger und Lehrkraft sei zerstört

Nach Sex-Skandal: Katholisches Schulwerk stellt Lehrer frei

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Dillingen an der Donau - Obwohl er an einer anderen Schule Sex mit einer minderjährigen Schülerin gehabt hatte, stellte eine katholische Schule in Dillingen einen Lehrer an. Jetzt aber zieht die Schule doch Konsequenzen. Das Vertrauensverhältnis zu dem Mann sei zerstört.

Im Fall des Sex-Skandals um einen zuletzt an einer katholischen Schule in Dillingen an der Donau beschäftigten Lehrer scheint ein Schlusspunkt erreicht. Das Schulwerk der Diözese Augsburg hat den Mann freigestellt. Schulwerksdirektor Peter Kosak bestätigte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR). Zum Anlass für die bereits am Freitag erfolgte Freistellung sagte Kosak, dem Schulwerk seien bisher unbekannte Informationen zugeleitet worden, die das Vertrauensverhältnis zwischen Schulträger und Lehrkraft zerstört hätten.

Das Schulwerk hatte den Mann im Frühjahr 2022 am Dillinger Sankt-Bonaventura-Gymnasium eingestellt. Es war bekannt, dass er einige Jahre zuvor als Lehrer im benachbarten Lauingen Geschlechtsverkehr mit einer Schülerin gehabt hatte; sie war damals 17. Die Einstellung an der kirchlichen Schule in Dillingen sorgte medial für Furore. Dazu Kosak: "Der Mann zeigte sich reuig und überzeugte von dieser Einstellung bei einem Infoabend auch nahezu alle anwesenden Eltern. Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren zu dem Fall eingestellt. Sie ging von einem einvernehmlichen sexuellen Kontakt aus." Um die Situation für alle Beteiligten zu beruhigen, habe man kürzlich erst noch entschieden, den Mann ab März 2023 in die IT-Abteilung der Geschäftsstelle zu versetzen, nach dem Ablauf seines Jahresvertrags als Lehrer.

Anstellung des Mannes "eigentlich ein unverzeihlicher Fehler"

Dazu kommt es nun nicht mehr. Denn der Lehrer hat nach KNA-Informationen schon vor dem Geschlechtsverkehr mit der einen Schülerin eine andere in eine Sternwarte eingeladen. Hinweise darauf soll er zunächst abgestritten haben. Jetzt aber sind offenbar Beweise dafür aufgetaucht. Kosak: "Es handelt sich um uns bisher unbekannte Informationen aus der Vergangenheit, die uns in der letzten Woche zugeleitet wurden." Involviert in den Fall ist Johannes Heibel, Gründer der "Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen". Er sagte der KNA, er habe das Schulwerk schon im Juli auf die Sternwarten-Einladung hingewiesen und zudem auf eine dritte Lauinger Schülerin, die übergriffiges Verhalten des Lehrers beklagt habe.

Kosak erwiderte, dies seien anonyme Anschuldigungen gewesen, die der Lehrer geleugnet habe. Mit der dritten Schülerin habe er, Kosak, kürzlich gesprochen, sie habe von grenzverletzendem Verhalten anderen gegenüber berichtet, aber keine Namen nennen können. Heibel ergänzte, das Schulwerk habe mit der Einstellung des Mannes einen eigentlich unverzeihlichen Fehler gemacht. "So jemand darf im schulischen Bereich keine zweite Chance bekommen." Ähnlich hatte sich jüngst Kerstin Claus, die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, in der "Süddeutschen Zeitung" geäußert. Dadurch werde "die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen in Kauf genommen". Der BR zitiert die einstige Schülerin, mit der der Mann Sex hatte, aktuell mit der Aussage, ihr gehe es gut, damals habe sie Angst gehabt. Ihr größter Wunsch sei, "dass so etwas nicht mehr passiert". (KNA)

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