Neue Weihbischöfe für Deutschland
Bistum Mainz
Bentz, im pfälzischen Rülzheim geboren, wurde 1995 von Kardinal Karl Lehmann zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Worms, dann von 1998 bis 2002 Lehmanns Sekretär. In seinem sich anschließenden Promotionsstudium befasste sich Bentz mit "Grundlinien einer Theologie kirchlicher Existenz im Werk Karl Rahners". Seit September 2007 ist Bentz Regens des Mainzer Priesterseminars, seit März 2013 auch Vorsitzender der Deutschen Regentenkonferenz; in ihr sind die Leiter der Priesterseminare zusammengeschlossen.
Bei der Vorstellung von Bentz bescheinigte Lehmann dem ernannten Weihbischof, er vereinige in sich und in seinem bisherigen Leben ausgezeichnete Eigenschaften und Leistungen. Der Kardinal versprach ihm "gute Solidarität und fruchtbare Kooperation". Er äußerte sich überzeugt davon, "dass das ganze Bistum Mainz und auch die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz ihn gut aufnehmen werden". Laut Lehmann wird Bentz zunächst weiterhin als Regens des Mainzer Priesterseminars tätig sein. Darüber hinaus ernannte ihn der Kardinal zum Bischofsvikar für die Jugendseelsorge im Bistum Mainz. Die Bischofsweihe findet am 13. September statt.
Bentz dankt für das Vertrauen
Bentz dankte dem Kardinal dafür, dass dieser ihm zutraue, ihn in guter Weise unterstützen zu können. Das wolle er auch sehr gerne tun, so Bentz. Er freue sich auf die neue und vertiefte Form der Zusammenarbeit. Lehmann (79), der seit 1983 Bischof von Mainz ist, war zuletzt ohne Weihbischof, nachdem der Papst im vergangenen September Ulrich Neymeyr zum Bischof von Erfurt ernannt hatte. Der von Lehmann kurz darauf in einem Schreiben an den Papst erbetenen Neubesetzung der Stelle des Weihbischofs hatte Franziskus bald zugestimmt.
Bentz wird Mainzer Weihbischof in einer Zeit des Umbruchs in dem Bistum. Nach jetzt bald 32 Jahren an dessen Spitze geht die Amtszeit von Lehmann zu Ende. Der Kardinal wird am 16. Mai nächsten Jahres 80 Jahre alt. Nach seinen eigenen Worten ist mit Erreichen dieses Alters für alle Amtsträger in der katholischen Kirche mit Ausnahme des Papstes Schluss. Das sei ein eisernes Gesetz.
Erzbistum Paderborn
Dominicus Meier folgt im Erzbistum Paderborn auf Weihbischof Manfred Grothe (76), der seit März vorigen Jahres Übergangsverwalter des Bistums Limburg ist und nun von seinem Amt in Paderborn entpflichtet wurde. Die Bischofsweihe Meiers erfolgt am 27. September im Paderborner Dom.
Meiers auf zwölf Jahre begrenzte Zeit als Abt endete an Pfingsten im Mai 2013. Wenige Monate später wurde er Offizial im Erzbistum Paderborn und damit Leiter des Diözesangerichts. Als einer von drei Weihbischöfen unterstützt Meier künftig Erzbischof Hans-Josef Becker in der Leitung der Erzdiözese Paderborn.
"Kirche hat den Menschen etwas zu sagen"
Seiner neuen Aufgabe schaue er mit Offenheit entgegen, sagte Meier bei einem Pressegespräch am Mittwoch. "Ich habe das Erzbistum Paderborn in seiner großen Unterschiedlichkeit bereits in verschiedenen Aufgaben und Diensten kennengelernt." Seine Arbeit als Leiter des Offizialates habe viel mit Seelsorge am Menschen zu tun gehabt, so Meier weiter. "In meinem neuen Amt erwartet mich wieder ein ganz neuer Aspekt von Seelsorge. Ich möchte ein Begleiter der Gemeinden sein und dabei immer wieder deutlich machen: Kirche hat gerade auch heute den Menschen etwas zu sagen."
Meier wurde am 10. Juli 1959 in Finnentrop als Michael Meier geboren. Er trat 1982 in die Abtei Königsmünster ein und nahm den Ordensnamen Dominicus an. Er studierte von 1983 bis 1988 in Würzburg und Münster Theologie und promovierte in Salzburg und Münster mit Arbeiten zu kirchenrechtlichen Themen. 1999 erfolgte die Habilitation im Fach Kirchenrecht in Münster. Im Jahr 2000 übernahm er den Lehrstuhl für Kirchenrecht an der Pallottiner-Hochschule in Vallendar. Diese Aufgabe wird er als neuer Weihbischof nun beenden.
Als Offizial leitet Meier das Diözesangericht, das erste Instanz für das Erzbistum und Berufungsinstanz für die Suffraganbistümer Erfurt, Fulda und Magdeburg ist. Zudem befasst es sich aufgrund besonderer Bevollmächtigungen durch das höchste Kirchengericht, die Apostolische Signatur in Rom, auch mit Gerichtsverfahren in höheren Instanzen.
Ein Weihbischof ist ein geweihter Bischof mit allen bischöflichen Amtsinsignien, der jedoch keinem eigenen Bistum vorsteht. Stattdessen unterstützt er den jeweiligen Diözesanbischof bei der Führung eines Bistums. In der Regel übernehmen Weihbischöfe bestimmte Aufgabenbereiche, etwa für eine Region in der Diözese, besondere Felder der Seelsorge oder bestimmte Personengruppen.
Entwickelt hat sich das Amt des Weihbischofs im 13. und 14. Jahrhundert. Die ersten Weihbischöfe waren Bischöfe vornehmlich aus dem Orient, deren Diözese von nichtchristlichen Herrschern erobert worden war und die ihren Bischofssitz deshalb verlassen mussten. Diese Bischöfe suchten Zuflucht bei einem Bischof in einem katholischen Gebiet, der sie dann häufig als Stellvertreter einsetzte.
Gebräuchlich ist der Begriff Weihbischof nur im deutschen Sprachraum. Andernorts spricht man vom Hilfs- oder Auxiliarbischof. In Deutschland sind Weihbischöfe stimmberechtigte Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz. In den 27 deutschen Bistümern gibt es derzeit rund 40 aktive Weihbischöfe. (stz/som/KNA)
15. Juli, 17:50 Uhr: ergänzt um Informationen zur Bischofsweihe sowie um ein Statement von Dominicus Meier