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Bonifatiuswerk startet Diaspora-Aktion - Politik würdigt Einsatz

Nicht alleine glauben!

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Aktionsplakat zur Diaspora-Aktion 2014
Dresden - Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat seine bundesweite Diaspora-Aktion am Sonntag in Dresden eröffnet. Damit unterstützt es vor allem Katholiken, die im Norden und Osten Deutschlands und Europas als Minderheit leben. Auch der Mauerfall spielte bei der hochkarätig besetzten Veranstaltung eine Rolle.

Der Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, dankte dem Bonifatiuswerk und seinen Förderern "für die große Hilfe in vielen Jahrzehnten". Für Christen in der Minderheit sei nicht nur die materielle Unterstützung wichtig, sondern auch die Erfahrung, dass andere ihren Glauben mittragen. Am 25. Jahrestag des Mauerfalls erinnerte der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, an dessen Beitrag zur Verbindung zwischen Ost und West in Europa. Schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs sei es "eine wichtige Klammer und Brücke" gewesen.

Gegen Vereinsamung im Glauben

In seiner Predigt hob Koch das diesjährige Motto der Diaspora-Aktion hervor: "Keiner soll alleine glauben". Christen bräuchten einander, in seinem Bistum etwa sei dies in besonderem Maße in den weiten Landstrichen außerhalb der großen Städte der Fall. In Sachsen gehörten 80 Prozent der Einwohner keiner Kirche an und wüssten auch kaum etwas von der christlichen Botschaft, so der Bischof. Wer in einem solchen Umfeld Christ werden wolle, wende sich damit gegen starke gesellschaftliche Trends, "manchmal auch die eigene Familie".

Das Hilfswerk stellt in diesem Jahr sogenannte BONI-Busse in den Mittelpunkt, die in ganz Deutschland Gläubige zusammen bringen sollen, die weit entfernt voneinander wohnen. Somit soll ein Zeichen gegen Vereinsamung im Glauben gesetzt und die Bedeutung der Begegnung verdeutlicht werden. In Deutschland gibt es immer mehr Regionen, in denen Christen als Minderheit unter Nichtchristen leben.

Nach Kochs Worten liegen Christen auch in ihrer Haltung etwa zur assistierten Selbsttötung und der Gestaltung des Sonntags oft "quer zur Gesellschaft". Er rief zum Gebet auf um "gute Beratungen und gute Entscheidungen" für die neue Sächsische Landesregierung sowie die derzeit in Dresden tagende Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Lob für Einsatz während der deutschen Teilung

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich zollte dem Bonifatiuswerk hohes Lob. "Sie haben dazu beigetragen, den Glauben am Leben zu halten", sagte er beim Festakt in Dresden. Die Großzügigkeit des Hilfswerks hätten auch die Katholiken in Ostdeutschland während der deutschen Teilung erfahren, sagte der Politiker, der selbst der katholischen Kirche angehört.

Tillich räumte ein, dass "Religion im Osten kaum eine Rolle zu spielen scheint". Dennoch seien die Kirchen präsent, etwa "als Orte, in denen die friedliche Revolution vor 25 Jahren ihren Ausgang nahm", oder mit der lebendigen Tradition der Kirchenmusik. Dies zeige, dass die Kirche Räume öffne.

Der frühere Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof sprach in seiner Festrede über die Voraussetzungen der Freiheit. Dabei sei es die "große Aufgabe" des Bonifatiuswerks, zusammen mit anderen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen ihr Recht auf Religionsfreiheit auch in Anspruch nehmen können.

Kollekte am 16. November für Diaspora

Am kommenden Sonntag, dem 16. November, ist der sogenannte "Diaspora-Sonntag". Dann wird in allen katholischen Gottesdiensten Deutschlands für das Bonifatiuswerk gesammelt. Dieses gibt die Spenden als "Hilfe zur Selbsthilfe" weiter. Gefördert werden Projekte der Kinder- und Jugendseelsorge, der Bau und die Renovierung von Kirchen und Gemeindezentren, Kindergärten und Schulen sowie die Anschaffung von Fahrzeugen. So bringen die bundesweit 600 BONI-Busse verstreut lebende Christen zu Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen zusammen. (luk/KNA)

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