"Nicht in Gefahr"
Weltbild reagierte damit auf eine Vorabmeldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vom selben Tag. Laut FAZ ist das Fortbestehen des Konzerns "akut bedroht". Die Verlagsgruppe mache seit längerem Verluste, schreibt die Zeitung. Mehrere Geschäftsbanken, auch kirchliche, verhielten sich gegenüber Weltbild "so, dass die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht ausgeschlossen ist".
Weltbild begründet Verluste mit Unternehmensumbau
Die Gesellschafter, darunter zwölf deutsche Bistümer, der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und die Katholische Soldatenseelsorge Berlin, lägen über Weltbild "seit Jahren im Streit", so das Blatt. Die Diözesen Köln, Trier, Aachen und Münster trügen nun nicht mehr den Gesellschafterbeschluss vom November 2011 mit, Weltbild in eine kirchliche Stiftung zu überführen. Sie bereiteten "hinter den Kulissen" den Verkauf des Unternehmens vor. "Angesichts der Uneinigkeit der Eigentümer" hätten die Geschäftsbanken Weltbild "eine Frist von wenigen Wochen gesetzt", so die FAZ.
Weltbild begründete das Minus in der Bilanz unter anderem mit dem "gezielten Rückbau" von Filialen und zugleich "hohen Anlaufinvestitionen" im Digitalgeschäft. Diese würden erst zeitversetzt zu Gewinnen führen. Seit mehreren Jahren setzt die Verlagsgruppe verstärkt auf den Vertrieb von Büchern und anderen Medien über das Internet und digitale Lesegeräte. Durch das zugleich veränderte Konsumverhalten werden aus Sicht der Geschäftsführung etliche Filialen künftig nicht mehr gebraucht.
Die FAZ behauptet in ihrem Bericht, vier der 14 Weltbild-Gesellschafter betrieben den Verkauf des Unternehmens, und zwar "unter Führung des Erzbistums Köln". Die Erzdiözese ist allerdings seit Jahren kein Miteigentümer mehr. In Köln war zum Vorgang zunächst keine Reaktion zu erhalten. Die Weltbild-Geschäftsführung erklärte, diese Fragen beträfen "im Wesentlichen unsere Gesellschafter". Dazu könne das Unternehmen keine Stellung beziehen.
Einer der größten deutschen Verlage
Weltbild zählt mit einem Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro und etwa 6.800 Mitarbeitern zu den führenden Medienhandelshäusern in Deutschland. Der Konzern gehört zwölf katholischen deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Die Eigentümer hatten 2012 beschlossen, ihre Anteile vollständig in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen. Diese Umwandlung ist bisher noch nicht vollzogen. (luk/KNA)