Ökumene ist ihm kein Fremdwort
Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Feige, Ökumene sei "nichts Nebensächliches und darf für uns kein Unwort oder Fremdwort sein. Die Einheit der Christen ist ein Auftrag Jesu".
Mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 betonte er, die Gedenkveranstaltungen dürften nicht im Sinne einer Abgrenzung begangen werden, wie es etwa bei früheren Jubiläen geschehen sei. "Wir erkennen inzwischen viel zu viele Gemeinsamkeiten und auch gemeinsame Interessen und Ziele."
Der Bischof verwies in diesem Zusammenhang auf die Situation in Ostdeutschland, wo in manchen Regionen 80 Prozent der Einwohner religionsfreumd seien. "Nationalsozialismus und SED-Regime haben dafür gesorgt, dass die Christen näher zusammengerückt sind. Jetzt geht es darum, in einer weithin religionsfremden Gesellschaft gemeinsam das Evangelium zu verbreiten." Die Kirchen seien nicht für sich selbst da, sondern für die Menschen, fügte der Bischof hinzu.
"Wichtige Verbindung beim Reformationsgedenken"
"Der Papst hat bei seinem Besuch in Erfurt den Gottsucher Martin Luther gewürdigt. Das kann für uns eine wichtige Verbindung beim Reformationsgedenken werden." Feige ist seit 2005 Bischof von Magdeburg. Der Ökumenekommission und der Unterkommission für Mittel- und Osteuropa der Bischofskonferenz gehörte der frühere Erfurter Professor für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde bereits bisher an. Zudem leitet er in der Bischofskonferenz die Arbeitsgruppe Kirchen des Ostens und den Aktionsausschuss des Osteuropa Hilfswerkes Renovabis.
Feige ist außerdem Mitglied des Evangelisch-Katholischen Kontaktgesprächskreises auf Bundesebene und der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Kirche in Deutschland. 2006 wurde er vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen in die Gemeinsame Internationale Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der Orthodoxen Kirche und der Römisch-Katholischen Kirche berufen.