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Bernd Hagenkord von Radio Vatikan zu kreuz.net

Offline, und das ist gut so

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Der Jesuit Bernd Hagenkord leitet seit 2009 die deutschsprachige Abteilung von Radio Vatikan.
Vatikanstadt/Bonn - Seit Sonntag ist die Webseite kreuz.net im Internet nicht mehr zu erreichen: Eine Hetz-Seite, die vorgab, katholisch zu sein. Eine gute Nachricht für die Kirche, für alle Christen und für das Internet, sagt der Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan, Bernd Hagenkord. Der Schaden aber werde bleiben, lautet der Kommentar des Jesuiten beim Sender des Papstes.

"Was dieser Internetseite letztlich den Garaus gemacht hat, ob es Druck war oder Angst, entdeckt zu werden, ob Hacker sie lahm gelegt oder die Macher sie selbst aus dem Netz genommen haben ist erst einmal egal: Das Ding ist erst einmal weg.

Unter meine Genugtuung mischt sich aber auch Ernüchterung. Das unsägliche Geschreibe im Netz hat Schaden angerichtet und ich befürchte, dass davon etwas bleibt. Und damit meine ich gar nicht, dass bei einigen Menschen der Eindruck bleiben könnte, die katholische Kirche könne da doch irgendwie mit zu tun haben. Das passiert und das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern. Nein, ich meine den Schaden, der bei den beschimpften Menschen entstanden ist, die gesehen haben, dass man jahrelang antisemitisch, misogyn, hasserfüllt, homophob und herabwürdigend schreiben und in die Welt herum lügen darf, ohne erwischt zu werden. Und dass das Erfolg hat, weil es Aufmerksamkeit bekommt.

Diese Webseite war einfach nur widerlich. Aber weil sie widerlich war, hatte sie Erfolg. Da waren zum einen diejenigen, deren niedere Instinkte sich angesprochen fühlten und die unsäglich menschenverachtend kommentierten. Dann waren da die, die unter dem Vorwand 'man müsse doch wissen, was der Feind schreibt' immer wieder hingeschaut haben und wieder und wieder. Damit haben sie dieser Seite eben genau das gegeben, was sie am meisten brauchte: Aufmerksamkeit. Und dann waren da die anderen, die das glaubten oder unterstützten oder die meinten, auch wenn das alles schlimm sei, bewege es doch die Kirche und erwähne Themen, die sonst nicht erwähnt würden.

Wie gesagt, der Schaden ist angerichtet. Trotzdem ist es erst einmal gut, dass das Ding aus dem Netz ist. Hoffentlich für immer."

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