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Bundesleiter hatte ihm unberechtigte Einmischung in Debatte vorgeworfen

Oster wehrt sich gegen Kritik an Flachsbarth-Rüge aus KjG-Reihen

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Der Passauer Bischof Stefan Oster im Gespräch.
Passau - Für ihr Engagement bei der Initiative "She decides" hatte der Passauer Bischof die KDFB-Bundesvorsitzende Maria Flachsbarth scharf gerügt. Aus den Reihen der Jugendverbände wurde Kritik daran laut. Jetzt hat sich Oster erneut zu Wort gemeldet.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat sich gegen Kritik aus den Reihen der katholischen Jugendverbände an seiner Rüge der Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Maria Flachsbarth, gewehrt. Es irritiere ihn, "dass Sie mir als Bischof offenbar nicht (oder nicht mehr?) zugestehen wollen, dass ich meine Verantwortung für ein Thema, das ich für Glauben, Kirche und gesellschaftliches Leben für so zentral halte, wahrnehme", schrieb Oster am Wochenende in einem Beitrag auf seiner Internetseite. "Ich betrachte das Einbringen für und das Stehen zu diesen Überzeugungen als (alles andere als bequemen!) Teil meines Amtes – und kann als Christ in meiner Kirche nicht nachvollziehen, warum Sie mir die Empfehlung geben, das nicht zu tun." Oster hatte Flachsbarth vergangene Woche für ihr Engagement bei der internationalen Initiative "She decides" ("Sie entscheidet") öffentlich kritisiert.

Hintergrund für Osters Reaktion ist ein Facebook-Post des Bundesleiters der Katholischen jungen Gemeinde (KjG), Marc Eickelkamp, der an den Passauer Bischof adressiert war. Unter anderem schrieb Eickelkamp, "ohne auf die Frage des Lebensschutzes eingehen zu wollen", halte er Osters Äußerungen zu Flachsbarth für "schwierig". Oster kritisiere im Spannungsfeld der Debatte um die Rolle von Frauen in der Kirche, die auch im Kontext des Synodalen Wegs geführt werde, "als privilegierter, weißer, mittelalter Mann öffentlich eine Frau in einem öffentlichen Amt und politischen Mandat für ihr Engagement für die Rechte von Frauen". "Ich hatte gehofft, dass in den bisherigen Beratungen deutlich geworden ist, dass der Diskurs über Frauenrechte nicht von Männern geführt werden darf!", so Eickelkamp. Außerdem fragte er Oster, warum dieser sich vor dem Hintergrund des Machtmissbrauchs in der Kirche überhaupt öffentlich gegen eine Botschaft wie "Frauen entscheiden selbst" äußere.

Oster: Äußerungen irritieren mich

Zu den Vorwürfen schrieb Oster, es irritiere ihn, dass Eickelkamp inhaltliche und formale Maßstäbe für den Diskurs vorgeben wolle. "Sie lassen in Ihrer Klage gegen mich den Lebensschutz ausdrücklich außen vor – um sich dann allein auf das Thema 'Frauenrechte" zu konzentrieren – und dann in der Folge selektiv die Möglichkeit zur Diskursteilnahme zuzuteilen", heißt es wörtlich. Zudem weist Oster darauf hin, dass er das grundsätzliche Eintreten Flachsbarths für die Rechte von Frauen nicht beanstande: "Ich kritisiere die Ausdehnung dieser Rechte auf das Lebensrecht von ungeborenen Kindern in einem Ausmaß, das ich für unerträglich halte." Dass die Kirche Frauen beistehen wolle, die wegen ungewollter Schwangerschaft in Nöten sind, habe er im Blick auf die Frage der Abtreibung an anderer Stelle mehrfach betont, so Oster.

Der Bischof fügte hinzu, er hielte es für "demokratiefeindlich" und "schwer erträglich", wenn sich das Klima des Diskurses in eine Richtung verschiebe, die bestimmte Beiträge grundsätzlich ausschließen wolle – "zumal bei Jugendverbänden, die gerade die Demokratie hochhalten". Stattdessen plädiere er für ein respektvolles Ringen um Positionen und um die Wahrheit. "Und in diesem speziellen Fall auch ganz besonders mit dem Respekt vor den Ungeborenen, die in dieser Gesellschaft keine allzu große Lobby haben."

Oster hatte am Donnerstag ebenfalls in einem Beitrag auf seiner Internetseite geschrieben, dass das Engagement der KDFB-Vorsitzenden Flachsbarth für "She decides" nach seinem Dafürhalten "unvereinbar" mit deren "herausgehobenen Positionen" in der katholischen Kirche in Deutschland sei. Mit ihrem "undifferenzierten Plädoyer" für "sexuelle und reproduktive Rechte" im Kontext der Initiative erweise Flachsbarth dem Anliegen des Lebensschutzes einen "Bärendienst". Wegen der engen Verbindung zur internationalen Stiftung "Planned Parenthood", die allein in den USA 2018 mehr als 330.000 Abtreibungen durchgeführt habe, verkehre sich ein Engagement für "She decides" "trotz aller guten Absichten zum Lobbyismus für einen der größten Anbieter von Abtreibung weltweit", betonte Oster. (mal)

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