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Vergleich von Transitzonen mit Konzentrationslagern unangemessen

Overbeck entschuldigt sich

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Essen - Essens Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich am Mittwochabend für seinen Vergleich von Transitzonen für Flüchtlinge mit Konzentrationslagern entschuldigt. An seiner inhaltlichen Kritik, die Würde der Flüchtlinge schützen zu wollen, hielt er aber fest.

Overbeck hatte am Vortag bei einer Diskussion mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in Mülheim an der Ruhr gesagt, in den von CDU und CSU angestrebten Transitzonen müssten sich Flüchtlinge vorkommen "wie in Konzentrationslagern". Der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß forderte ihn danach auf, den Vergleich zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. Auch andere Politiker wie der innenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, der CSU-Politiker Stephan Mayer, zeigten sich empört. Die mit Billigung des EU-Parlaments vorgesehenen Transitzonen mit der Vernichtungsmaschinerie des Nazi-Regimes in Verbindung zu bringen, halte er für vollkommen unangemessen, sagte er dem "Handelsblatt".

Am Mittwoch erläuterte der Bischof im Kölner "Dom-Radio" zunächst seine Haltung noch und betonte: "Die Art und Weise, wie Menschen dort behandelt und abgeschlossen werden, ließ mich - und auch andere Leute aus dem Ruhrgebiet - sofort daran denken, dass es so etwas sein könnte. Ich will nicht sagen, dass es so etwas ist. Ich wollte darauf hinweisen, dass wir uns so etwas auf keinen Fall erlauben können."

Am Abend beteuerte der Bischof dann: "Meine Wortwahl hat viele Irritationen und Verletzungen ausgelöst, die mich sehr nachdenklich und betroffen machen." Er räumte ein, es sei ein Fehler gewesen, einen Begriff aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte in den aktuellen Zusammenhang zu rücken. Dennoch sei es ihm ein großes Anliegen, "dass wir trotz des großen Flüchtlings-Zustroms und der damit verbundenen Herausforderungen gemeinsam um Lösungen ringen, die die Würde eines jeden Menschen schützen". "Gerade aufgrund unserer Geschichte tragen wir in Deutschland eine besondere Verantwortung, dass mit jedem Menschen unabhängig von seiner Nation und Religion würdevoll umgegangen wird", so Overbeck.

Overbeck hatte in der Diskussion mit Gabriel nach Angaben seines Sprechers auch das SPD-Konzept der Einreisezentren abgelehnt. Der Bischof habe zudem vor "Zündeleien in den Parteipolitiken" gewarnt und gefordert, konsequent das bestehende deutsche Asylrecht anzuwenden. (bod/dpa)

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