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Bischöfe eröffnen Frühjahrs-Vollversammlung in Trier

Papst und Pille

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Erzbischof Zollitsch beim Eröffnungsstatememt der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischöfe 2013 in Trier.
Trier - Wohl selten zuvor ist eine Vollversammlung der deutschen Bischöfe mit so großer Spannung erwartet worden. Eine Woche nach dem überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. haben die 66 Bischöfe und Weihbischöfe am Montagnachmittag ihre traditionelle Frühjahrs-Tagung in Trier begonnen.

Dass die Abdankung des Kirchenoberhaupts dabei eine wichtige Rolle spielen wird, machte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, gleich zu Beginn klar. Der Freiburger Oberhirte würdigte vor Journalisten die Entscheidung von Benedikt XVI., das Papstamt am 28. Februar abzugeben. Der Rücktritt sei ein "mutiger Entschluss", vor dem die deutschen Bischöfe Respekt hätten und mit dem sie sich bei ihrer Versammlung "noch auseinandersetzen" müssten.

Zugleich nahm Zollitsch auch eine inhaltliche Bewertung des Pontifikats vor. Benedikt XVI. habe "grundlegende Werte" verkündet. "Wir verlieren einen Papst, der ein großer Theologe ist", so der Erzbischof von Freiburg. Zum Rücktritt des Papstes sei nun die Stunde gekommen, Benedikt XVI. "von ganzem Herzen zu danken" für das, was er der Kirche geschenkt habe. Zollitsch kündigte an, am Mittwoch kommender Woche an der letzten Audienz des Papstes im Vatikan teilzunehmen.

Diskussion über "Pille danach"

Als weiteren Schwerpunkt der Beratungen in Trier nannte Zollitsch die Diskussion um die "Pille danach". Der Erzbischof dankte in diesem Zusammenhang dem Kölner Kardinal Joachim Meisner, der nach der Zurückweisung einer mutmaßlich vergewaltigten Frau durch zwei katholische Krankenhäuser eine modifizierte Sichtweise zu dem Präparat vorgelegt hatte. Demnach könne die "Pille danach" unter gewissen Umständen zur Verhinderung einer Befruchtung auch in katholischen Kliniken ausgegeben werden.

Außerdem hatte sich Meisner mit deutlichen Worten bei dem mutmaßlichen Opfer entschuldigt . Zollitsch kündigte eine "sachliche Diskussion" zu dem Thema an. Dabei würden sich die Bischöfe in erster Linie mit den moraltheologischen Fragen rund um die "Pille danach" beschäftigen und medizinische Fragen nur am Rande thematisieren.

In seiner Erklärung ging Zollitsch auch auf die Diskussion um die wissenschaftliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ein. Der Erzbischof bedauerte noch einmal, dass die Zusammenarbeit mit dem Kriminologen Christian Pfeiffer nicht habe fortgesetzt werden können. Zugleich kündigte er an, die Aufarbeitung fortzusetzen: "Wir bleiben dran". Allerdings seien die Bischöfe noch nicht so weit, in Trier zu entscheiden, mit wem die geplante Studie fortgesetzt werden solle.

Studientag zur Rolle der Frau

Am Mittwoch werden sich die Bischöfe in einem eigenen Studientag mit der Rolle der Frau in der Kirche beschäftigen. Vor den Medien betonte Zollitsch die große Bedeutung von Frauen für das kirchliche Leben: "Es gibt viele wichtige Aufgaben, die von Frauen wahrgenommen werden". Unter dem Titel "Das Zusammenwirken von Männern und Frauen im Leben und Dienst der Kirche" will sich der Studientag praxisnah mit dem Thema auseinandersetzen – allerdings ohne Reizthemen wie etwa das Diakonat für Frauen.

Mit Blick auf die umfangreiche Tagesordnung der Vollversammlung, auf der auch noch Beratungen über das neue "Gotteslob" sowie den "Eucharistischen Kongress" im Juni in Köln stehen, betonte Zollitsch: "Wir werden hier nicht arbeitslos werden". Die Bischöfe wollten in den kommenden vier Tagen für ihre Beratungen den Schwung der traditionsreichen Diözese Trier nutzen. Das Bistum Trier, das seit 2009 von Bischof Stephan Ackermann geleitet wird, ist die älteste Diözese Deutschlands.

Von Steffen Zimmermann

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