Suche
Talsohle sei noch nicht erreicht

Pastoralexperte: Mehr Erwachsenentaufen keine Trendwende

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Erwachsene Frau wird getauft
Erfurt/Wien - In ostdeutschen Städten lassen sich mehr Erwachsene taufen. Doch das stoppt die Entkirchlichung nicht, sagt Pastoralexperte Hubertus Schönemann.

Der Leiter der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP), Hubertus Schönemann, sieht in der zuletzt steigenden Zahl von erwachsenen Taufbewerbern in ostdeutschen Städten wie Berlin, Dresden oder Leipzig keine Trendwende weg von der Entkirchlichung. "Auch ist die 'Talsohle' von Säkularisierung wohl kaum erreicht. Die Neuaufnahmen können den Abbruch durch Austritte, Demografie und Taufunterlassung nicht kompensieren", schreibt Schönemann in einem Beitrag für das theologische Portal feinschwarz.net.

Die Motivation der Taufbewerber sei sehr unterschiedlich und nicht auf eine pastorale "Strategie" zurückzuführen, so der Leiter der in Erfurt ansässigen Einrichtung weiter. "Die Suche nach Identität in ausdifferenzierten Gesellschaften, nach Transzendenz in weltanschaulich säkular-laikalen Kontexten oder eine rational verantwortete Auseinandersetzung mit der eigenen Person und ihrem spezifischen Ort im Gefüge der Welt stehen offenbar im Hintergrund dieses Trends." Die Katechumenen seien zumeist intensiv auf ihrem Glaubensweg unterwegs und ließen sich kaum in eine klassische Gemeinde integrieren.

Mit Blick auf die angespannte Finanzlage der ostdeutschen Bistümer und den absehbaren Mangel an hauptberuflichem Personal fordert Schönemann in seinem Beitrag "zu nachhaltigen Lösungen auf, die die kirchliche Praxis verändern". Beispielhaft nennt er das Bistum Magdeburg, das bei alternativen Leitungsformen in Pfarreien bereits jetzt "experimentell weit vorangegangen" und damit unterwegs zu einer Kirche der Beteiligung anderer Art sei.

kna-katholisch-swarm-node2 (0.002s)