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"War dumm und einfältig von mir"

Pfarrer im Erzbistum Freiburg gesteht Missbrauchs-Vertuschung ein

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Das Freiburger Münster und die umgebenden Häuser.
Mainz - Eigentlich sollte das Freiburger Missbrauchsgutachten am Dienstag veröffentlicht werden, der Termin wurde aber verschoben. Jetzt gibt ein Priester Vertuschung zu. Gleichzeitig steht auch die Rolle des späteren Erzbischofs Robert Zollitsch infrage.

Ein Pfarrer im Erzbistum Freiburg hat Vertuschung von Missbrauch durch einen Priesterkollegen eingeräumt. Bei einem Gespräch im Jahr 1991 habe dieser ihm Taten angedeutet, woraufhin er zunächst an einen Ortswechsel des Geistlichen gedacht habe, sagte Pfarrer Alfred Haas gegenüber dem ARD-Magazin "Report Mainz" am Dienstag. "Das war naiv meinerseits."

Haas' Kollegen B. aus der Schwarzwaldgemeinde Oberhamersbach wird in seiner 24-jährigen Amtszeit sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen angelastet, unter anderem von Messdienern. Haas bereut heute sein damaliges Verhalten: "Ich habe gesagt, es war dumm und einfältig von mir, weil ich den Skandal in der Gemeinde, in unserer schönen Pfarrgemeinde, verhindern wollte und mir eben nicht bewusst war, dass ich damit dann auch vertusche und den Opfern nicht helfe."

Nach einigen Monaten meldete Haas den Fall doch beim Erzbistum und dem damaligen Personalreferenten Robert Zollitsch, der später Erzbischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) werden sollte. Haas warf Zollitsch vor, den Vorwürfen nicht intensiv genug nachgegangen zu sein. "Man wollte das Image wahren", sagte er vor zwölf Jahren in einem Interview.  B. wurde in den Ruhestand und ein Altenheim versetzt, wo er jedoch weiter missbrauchte.

Zollitschs Rolle unklar

Nachdem ihn ein Betroffener angezeigt hatte, nahm B. sich 1995 das Leben. Auch danach habe Zollitsch anscheinend keinen Wert auf Aufarbeitung gelegt, wie "Report Mainz" berichtet. Das Magazin zitiert aus einem Brief, in dem es heißt: "Nach unserer Auffassung geht es nun darum, den Schaden möglichst zu begrenzen (…) Herr Pfarrer B. ist tot und hat keine Möglichkeit mehr, Stellung zu nehmen oder sich zu wehren. Man sollte ihn in Ruhe lassen." Bis heute ist Zollitschs Rolle in dem Fall unklar, Betroffene werfen ihm mangelnden Aufklärungswillen vor.

Oberhamersbach gilt als größter Missbrauchskomplex im Erzbistum Freiburg. Er soll Teil des seit langem erwarteten Missbrauchsgutachtens sein, das eigentlich an diesem Dienstag veröffentlich werden sollte. Der Termin wurde aus rechtlichen Erwägungen immer wieder verschoben, momentan ist er Ende April kommenden Jahres angedacht. (cph)

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