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Die Diözesanversammlung im Bistum Freiburg ging am Samstag zu Ende

Raum für Diskussion

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Der Altarraum der St.-Stephan-Kirche in Karlsruhe
Karlsruhe - Austausch und Diskussion über die Zukunft der katholischen Kirche im Südwesten standen im Zentrum der zweiten Diözesanversammlung des Erzbistums Freiburg. So plädierten die rund 220 Delegierten am Samstag in Karlsruhe dafür, Frauen mehr Leitungsverantwortung einzuräumen, die Kirchenbasis stärker in Zukunftsentscheidungen einzubeziehen und neue Formen von Gottesdiensten und Seelsorge zu entwickeln und auzuprobieren.

Erzbischof Robert Zollitsch sagte zu, sich für mehr synodale Elemente in der Kirche einzusetzen. "Wir werden den Weg des Dialogs weitergehen." Eine Weihe von Frauen zu Priestern lehnte er aus "theologischen und ekklesiologischen Gründen" ab. "In Richtung eines Diakoninnenamtes aber müssen wir weiter forschen und arbeiten", sagte Zollitsch.

Sexualität neu bewerten

In der Karlsruher Kirche Sankt Stephan waren am Samstag unter dem Leitwort "Christus und den Menschen nah" Laien und Priester, hauptamtliche Kirchenmitarbeiter und ehrenamtlich Engagierte, Delegierte von diözesanen Räten, Jugendverbänden, Caritas und Theologie zusammengekommen.

Erzbischof Robert Zollitsch spricht vom Podium der Freiburger Diözesanversammlung
Erzbischof Robert Zollitsch, ehemaliger Erzbischof und nun apostolischer Administrator von Freiburg, spricht bei der Diözesanversammlung der Erzdiözese Freiburg.

Die Versammlung kann keine verbindlichen Entscheidungen treffen, sondern versteht sich als Beratungsgremium des Erzbischofs. Zugleich ging es darum, den Stand der derzeitigen Beratungen zusammenzufassen und dann als Gesprächsgrundlage mit dem künftigen Freiburger Erzbischof zu nutzen. Derzeit wird ein Nachfolger für Robert Zollitsch gesucht. "Ich werde die Anliegen der Versammlung an meinen Nachfolger weitergeben", versprach Zollitsch.

In einem Abstimmungsmarathon von 41 Empfehlungen wurden zahlreiche Themenfelder kirchlichen Lebens behandelt. So sprach sich die Freiburger Diözesanversammlung beispielsweise für die Einführung einer Frauenquote bei der Besetzung von kirchlichen Führungspositionen aus. Vereinbart wurde die Erarbeitung neuer, moderner Gottesdienstformen. Die Delegierten plädierten auch dafür, in der Seelsorge gezielt auf Homosexuelle zuzugehen und die caritative Arbeit in den Kirchengemeinden zu stärken. Der Heidelberger Dekan Joachim Dauer sprach sich für eine positive Bewertung und Würdigung von Sexualität aus. Nötig sei auch eine neuer Dialog mit Kultur und Wissenschaft.

Frauen noch immer ein Thema

Mehrere Rednerinnen und Redner appellierten eindringlich, künftig Frauen zu Diakoninnen zu weihen. Ein Großteil der kirchlichen Arbeit vor Ort werde von Frauen geleistet, deshalb dürften Frauen nicht von Leitungsämtern ausgeschlossen sein. "Frauen zu Diakoninnen zuzulassen, macht mir keine Angst, sondern Hoffnung", so der Freiburger Theologe Klaus Baumann.

Die Vorsitzende des Diözesanrats, Martina Kastner, sagte: "An der Frage, wie wir Macht und Verantwortung in der Kirche neu verteilen, entscheidet sich unsere Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit." Zu den "Empfehlungen" der Versammlung zählte auch, künftig regelmäßig Diözesanversammlungen zu organisieren. Nötig sei zudem, wieder neu und intensiver den ökumenischen Dialog mit der evangelischen Kirche zu suchen. Einen neuen Termin, könne aber erst der künftige Freiburger Erzbischof festlegen, hieß es. (KNA)

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