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Kritik an aktueller Firmpraxis

Religionspädagoge: Firmung ist "verschenktes Sakrament"

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Georg Langenhorst
Freiburg/Berlin - Firmung für 12- bis 14-Jährige? Religionspädagoge Langenhorst kritisiert die Praxis – sieht aber auch neue Möglichkeiten.

Der Augsburger Religionspädagoge Georg Langenhorst sieht die Firmung als ein "verschenktes Sakrament". In einem Beitrag für das neue Themenheft der "Herder Korrespondenz" ("Sieben gewinnt. Vom Ringen um die Sakramente") kritisiert er die weit verbreitete Praxis, 12- bis 14-Jährigen die Firmung zu spenden. Eine überwiegende Mehrheit der Gefirmten würde sich danach nämlich aus den Gemeinden verabschieden – "auf Zeit", merkt der Religionspädagoge an. "Es ist zwar zu begrüßen, wenn Kinder im Übergang zur Jugend noch einmal Kontakt zur Kirche haben. Die Firmung bleibt für die meisten jedoch ein ritualisierter Abschied, kein Neuanfang."

Zwar würde das nichts schaden, aber andererseits auch nichts bewirken. "Damit kann die Kirche nicht zufrieden sein", so Langenhorst, der seit 2006 Professor für Didaktik und Religionspädagogik an der Universität Augsburg ist. Weiter im Text befasst er sich auch mit anderen Modellen und kommt auf Bistümer in den USA zu sprechen. Dort würden sich Modelle vorfinden, die zur heute noch in den Ostkirchen üblichen Reihenfolge "Taufe – Firmung – Erstkommunion" zurückkehren. Wie das Modell sinnvoll in die Praxis übertragen werden könne, erklärt er so: "Das Alter für die Erstkommunion, überaus bewährt, bleibt gleich. Die Firmung muss sich hingegen einen neuen Platz in der Biografie suchen. Dieser könnte mit dem Alter zur Einschulung zusammenfallen, um den psychologisch klugen Gedanken der sakramentalen Begleitung an Lebenswenden aufzunehmen."

Mitten in der Kindheitsphase

Zentral gehe es um eine Stärkung und Befähigung mitten in der Kindheitsphase: "Mit der dann folgenden Erstkommunion würde die Initiation abgeschlossen. Längst hat sich die Einschulung als zentraler Einschnitt im Leben und zugleich als Anlass für große Familienfeiern etabliert." In Bezug darauf sehe er die Firmkatechese im Übergang zum Schulalter, worin das Staunen, das Hören und sinnliche Erschließen wie auch das gemeinsame Erleben aufgegriffen und religiös sensibel ausgestaltet werden könnten. Als "überaus reizvoll" bezeichnet Langenhorst dieses Modell – doch für ihn ist das im deutschsprachigen Raum eher weniger realistisch. Das bisherige System würde komplett verändert werden und man müsste mit "heftigen Widerständen und komplizierten Reformprozessen" rechnen.

Deshalb plädiert der Religionspädagoge für mehr Ehrlichkeit bei der derzeitigen Praxis. Die Kirche solle sich jedoch mit Blick auf die 12- bis 14-Jährigen "jegliche Rede von Mündigkeit" ersparen. Stattdessen solle sie betonen, dass die Firmung – wie alle anderen Sakramente auch – "nichts Selbstgemachtes ist; auch sie ist kein Projekt menschlicher Leistung oder Entscheidung". Dahinter stehe, so Langenhorst, die "wirkmächtige Zusage göttlicher Bekräftigung, die man sich nicht verdienen kann oder muss".

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