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Bischof Gerber: "Für mich in Ausrufezeichen"

"Schmerzpunkt" in Fulda – Künstlerische Erinnerung an Missbrauch

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Fulda - Schon beim Katholikentag in Würzburg erinnerte ein "Schmerzpunkt" an die Opfer von Missbrauch im kirchlichen Raum. Jetzt ist das Kunstwerk in Fulda zu sehen. Bischof Gerber griff die Bildsprache der Installation auf.

Die neue Kunst-Installation "Schmerzpunkt" in Fulda setzt sich mit sexualisierter Gewalt in der Kirche auseinander. Die stilisierte Schmerzdarstellung der Künstlerin Susanne Wagner war in ähnlicher Form bereits beim diesjährigen Katholikentag in Würzburg an mehreren Kirchen und anderen Veranstaltungsorten angebracht.

Das Kunstwerk zeigt einen rot gesprühten Punkt über einem Umhängekruzifix und erinnert an Menschen, die sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch geistliche Autoritätspersonen in der katholischen Kirche erfahren haben. In Fulda wurde der "Schmerzpunkt" an der Außenmauer des Bischofshauses entlang des Weges von der Pauluspromenade zur Michaelskirche (siehe Titelbild) sichtbar angebracht.

Bischof: Leidenswege ernst nehmen

Bei der Vorstellung richtete Stephan Auth aus dem Betroffenenbeirat des Bistums den Blick darauf, was aus dem sichtbaren Zeichen im konkreten Umgang mit Betroffenen folgt. "Auf die Haltung kommt es an. Und die zeigt sich nicht im Akt des Anbringens eines Schmerzpunktes, sondern in den vielen kleinen Entscheidungen, Begegnungen und Gesprächen, in denen Betroffene als Menschen und als Gegenüber ernst genommen werden."

Der Fuldaer Bischof Michael Gerber griff in seinem Beitrag die medizinische Bildsprache des Kunstwerks auf. Eine verantwortliche Diagnostik betrachte Schmerzpunkte nicht isoliert, sondern frage nach den dahinterliegenden Ursachen. "In diesem Sinne ist der Schmerzpunkt für mich ein Ausrufezeichen", sagte Gerber. "Als Kirche bleiben wir herausgefordert, sowohl die einzelnen Betroffenen und ihre Leidenswege ernst zu nehmen als auch systemische Ursachen zu ergründen und entsprechend zu reagieren."

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