Schritt zum Neubeginn
Er hätte Gelegenheit gehabt, sich selbst von Tebartz-van Elst zu verabschieden, sagte Grothe . "In der Begegnung ist mir noch einmal bewusst geworden, welcher Einschnitt dies für den emeritierten Bischof ist." Grothe hob außerdem hervor, dass seit dem Rücktritt des Bischofs vor knapp einem halben Jahr viele den Auftrag von Papst Franziskus konstruktiv aufgenommen hätten, zu einem Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung im Bistum zurückzufinden.
Das Bistum sei auf dem Weg der Versöhnung "ein deutliches Stück" vorangekommen. "Ich erlebe im offenen Austausch und in vertrauensvollen Gesprächen, dass die Ereignisse der Vergangenheit aufgearbeitet werden", so Grothe. Vor allem die Gremien wie etwa der Diözesansynodalrat, der ehemalige Priesterrat oder das Domkapitel seien ihm hierbei wertvolle Gesprächspartner und konstruktive Helfer.
Tebartz-van Elst zieht nach Regensburg
Grothe erinnerte aber auch daran, dass die Amtszeit des Bischofs nicht "einfach aus der Geschichte der Diözese zu streichen ist". Bei allem, was gewesen sei, danke er Tebartz-van Elst für dessen Dienst, sagte der Administrator.
Zu Wochenbeginn hatte in Limburg der Umzug von Tebartz-van Elst aus der unter seiner Verantwortung errichteten Bischofsresidenz in eine Privatwohnung in Regensburg begonnen. Die persönliche Sprecherin des Bischofs, Eva Demmerle, hatte gesagt, er werde Anfang September eine privat angemietete Wohnung am Rande der Regensburger Altstadt beziehen. Die Wahl fiel auf die Stadt, weil der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer Tebartz-van Elst "mitbrüderliche Aufnahme und Gastfreundschaft" zugesichert habe.
Die Limburger Bischofsresidenz war wegen ihrer aufwendigen Ausstattung in die Schlagzeilen geraten. Die Kosten für das Projekt von letztlich rund 31 Millionen Euro und die Verschleierung dieser Kosten hatten entscheidend mit dazu geführt, dass Papst Franziskus den Rücktritt von Tebartz-van Elst annahm. Er soll eine neue Aufgabe im Ausland erhalten. Rom sucht derzeit nach einer Einsatzmöglichkeit. (som/KNA)