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Bischof hatte Hirtenwort zu Übergriffen bei Domspatzen verlesen lassen

Seehofer begrüßt Entschuldigung Voderholzers

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Horst Seehofer vor einem Plakat der CSU, lächelnd.
München - Bischof Rudolf Voderholzer hat für die Übergriffe bei den Regensburger Domspatzen um Vergebung gebeten. Jetzt äußert sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zu dem Hirtenwort.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat die Entschuldigung des Regensburger Bischofs Rudolf Voderholzer bei den Missbrauchsopfern der Regensburger Domspatzen begrüßt. Sein Hirtenwort über die Übergriffe bei den Domspatzen war am Wochenende bei den Gottesdiensten im Bistum Regensburg verlesen worden. In der Kabinettssitzung am Montag in München lobte Seehofer: "Das ist eine richtige und angemessene Geste, um den Opfern, die in zum Teil sehr jungen Alter einer heute unvorstellbaren, grausamen und entwürdigenden Behandlung ausgesetzt waren, das lange verwehrte Verständnis zu zeigen."

Voderholzer habe damit ein aufrichtiges Signal gesetzt, dass die Diözese sich ihrer Verantwortung für die Missbrauchsopfer aktiv stellen wolle, erklärte der Ministerpräsident. Zugleich sei damit die echte Chance verbunden, Gräben zu überwinden.

Diskussion über Rolle Kardinal Müllers

Voderholzer hatte anstelle der Täter, von denen die meisten verstorben seien, um Vergebung und darum gebeten, "dass diese Entschuldigung von den Betroffenen angenommen werde". Zu den Schilderungen der Opfer schrieb er: "All das macht mich zutiefst zerknirscht und erfüllt mich mit Scham." Hier gelte, was bereits sein Vorgänger im Amt, der heutige Kardinal Gerhard Ludwig Müller, 2010 in einem Hirtenwort geschrieben habe. "Den Opfern dieser Zeit, aber auch allen, die sich heute erst melden, gilt unser tiefes Mitgefühl. Ihrer Ehre und Würde schulden wir, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt."

Über die Rolle Kardinal Müllers im Fall der Übergriffe bei den Domspatzen wurde in den vergangenen Tagen heftig diskutiert. So hieß es im Abschlussbericht des Rechtsanwalts Ulrich Weber, Müller habe den Aufarbeitungsprozess im Jahr 2010 zwar initiiert. Gleichzeitig trage er jedoch die Verantwortung für "strategische, organisatorische und kommunikative Schwächen" in diesem Prozess. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hatte daraufhin betont, eine Entschuldigung Müllers sei für die Betroffenen ein wichtiges Zeichen. Müller selbst hatte das mit der Begründung abgelehnt, alles getan zu haben, "was nach dem jeweiligen Erkenntnisstand erforderlich war". Rörigs Vorwurf der Verschleppung bezeichnete er als "Falschaussagen und falsche Informationen". (bod/KNA)

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