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Der katholische Diplomat Wilhelm Frede starb 1942 im KZ

Seligsprechungsverfahren für NS-Opfer eröffnet

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Münster/Kleve - Der katholische Diplomat Wilhelm Frede starb 1942 unter dramatischen Umständen im KZ Sachsenhausen. Genau 75 Jahre nach seinem Tod beginnt im Bistum Münster das diözesane Verfahren zur Seligsprechung.

75 Jahre nach seinem Tod im KZ Sachsenhausen beginnt das Diözesanverfahren zur Seligsprechung von Wilhelm Frede. Der Münsteraner Bischof Felix Genn eröffnete das Verfahren offiziell am Montag, wie das Bistum mitteilte. Genn sagte, dass mit der Eröffnungssitzung ein "Etappenziel" erreicht sei. Er würdigte Frede als einen Glaubenszeugen, der von Liebe erfüllt gewesen sei, Wärme ausgestrahlt habe und dem Licht begegnet sei.

Der gelernte Kaufmann Frede (1875 -1942) war ein deutscher Diplomat, der ab 1898 beim niederländischen Konsulat in Kleve arbeitete. Ehrenamtlich engagierte sich der Ehemann und Vater einer Tochter unter anderem im Kirchenvorstand seiner Pfarrei, trat 1910 der Zentrumspartei bei und gründete den Ortsverband des Katholischen Kaufmännischen Vereins und den Turnverein Merkur. Wegen seiner religiösen Überzeugung geriet er nach 1933 immer wieder in Konflikt mit den Nationalsozialisten.

In der Krypta des St.-Viktor-Doms in Xanten wird Frede neben dem 1996 seliggesprochenen Märtyrer Karl Leisner verehrt.

Nachdem Frede bei den Novemberpogromen 1938 junge Randalierer zur Rede gestellt hatte, wurde er denunziert. Seit 1940 beschattete ihn die Gestapo. In seiner Eigenschaft als Vizekonsul unterstützte Frede die Emigration vieler Klever Juden. 52 der 200 Juden der Stadt konnten so ins Ausland ausreisen. Im November 1941 wurde Frede verhaftet und im Februar 1942 ins KZ Sachsenhausen abtransportiert. Dort starb er am 13. März 1942. Nach Berichten des Mithäftlings Gustav Thorum erfror Frede, weil er von SS-Leuten an eine Wand gehängt und mit Wasser überschüttet wurde. Diese "Sonderbehandlung" wurde ihm zuteil, weil er als "katholischer Fanatiker" und "Judenfreund" galt.

Bald nach dem Tod verehrt

Fredes Verehrung begann bereits mit dem von vielen Menschen besuchten Requiem 1942. Die ersten Artikel über ihn erschienen in den 1950er Jahren in der lokalen Presse; in Kleve sind inzwischen eine Straße, eine Schule und ein Sportplatz nach ihm benannt. In der Krypta des St.-Viktor-Doms in Xanten wird Frede unter anderem neben dem 1996 seliggesprochenen Märtyrer Karl Leisner verehrt, auch am "Portal der Versöhnung" an der St. Marien-Basilika in Kevelaer findet sich seit 1997 ein Porträt von ihm. Dem Kirchengericht in Münster liegen zahlreiche Zeugnisse unterschiedlicher Personen vor, die ihn verehren.

Seligsprechungsverfahren haben mehrere Phasen: Am Beginn steht die Untersuchung auf Bistumsebene, die nun für Frede begonnen hat. Alle Unterlagen und Dokumente, die in Münster zusammengetragen und erarbeitet werden, müssen in einer Abschlusssitzung versiegelt und in die römische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse gebracht werden. Damit ist der Diözesanprozess abgeschlossen und es beginnt in Rom die nächste Phase mit der Vorbereitung der sogenannten Positio. Das ist eine exakte und kritische Auswertung der Untersuchungsergebnisse über das Leben und gegebenenfalls das Martyrium der Person.

Die Positio unterliegt der Beurteilung durch drei Sachverständige der römischen Kongregation. Der verantwortliche Relator legt dem Kardinalpräfekten das Abschlussvotum vor, der es an den Papst zur Entscheidung weiterleitet. Die feierliche Verkündigung der Seligsprechung geschieht heute in der Regel vor Ort in den Bistümern. Selige werden nur an einem bestimmten Ort, in einer bestimmten Region oder in einer bestimmten kirchlichen Gemeinschaft verehrt. (luk)

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